Kirche
Michael Bautz vorübergehend an Spitze des Bistums Dresden-Meißen
Sächsische Landeskirche würdigt abgetretenen Bischof Reinelt für seine Leistungen
Dresden (epd). Der 71-jährige Michael Bautz steht als Diözesanadministrator vorübergehend an der Spitze des katholischen Bistums Dresden-Meißen. Er sei am Dienstag vom Domkapitel in das Amt gewählt worden, teilte das Ordinariat mit. Der bisherige Bischof, Joachim Reinelt, ging zum Wochenanfang in den Ruhestand. Wie für katholische Bischöfe mit 75 Jahren üblich, hatte er beim Papst ein Rücktrittsgesuch eingereicht. Die evangelische Landeskirche Sachsens würdigte Reinelt und sprach von "allerhöchstem Respekt" vor seinen 24 Amtsjahren.

Bautz wurde 1940 in Breslau geboren und 1967 in Dresden zum Priester geweiht. Er kam bereits 2007 in das Amt des Generalvikars im Bistum. In dieser Funktion war er persönlicher Stellvertreter des Bischofs in allen Verwaltungsaufgaben und Leiter des Bischöflichen Ordinariats. Die Befugnisse des Diözesanadministrators entsprechen im Wesentlichen denen eines Bischofs, Grundsatzentscheidungen darf er aber nicht treffen. Das Amt endet mit der Neubesetzung des Bischofsstuhls. Bis zum Abschluss der Kandidatensuche und der Bischofswahl durch das Domkapitel kann erfahrungsgemäß ein halbes bis ein Jahr vergehen.

Sachsens evangelischer Landesbischof Jochen Bohl würdigte Reinelt als geistliche Persönlichkeit, die "mit Christus uns für seine Kirche lebt". Er empfinde tiefen Dank für das geschwisterliche und freundliche Miteinander. Bohl sprach zudem von einer besonderen ökumenischen Nähe der beiden großen Kirchen in Sachsen. Er erinnere sich an viele gemeinsame Begegnungen und festliche Gottesdienste.

Unvergesslich sei die Freude des katholischen Amtsbruders angesichts des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche. Als evangelischer Landesbischof sei er im vergangenen Jahr wiederum in die Feiern zur Seligsprechung des katholischen Priesters Alois Andritzki eingebunden gewesen. Bohl erklärte, die Zusammenarbeit mit Reinelt im ökumenischen Geist habe beiden Kirchen gut getan und sie sei auch ein persönlicher Gewinn gewesen.

epd ost zip bue