Kultur
Lutherhaus in Eisenach erwartet neuen Besucherrekord
Eisenach (epd). Das Lutherhaus in Eisenach steuert im Jahr des 500. Reformationsjubiläums auf einen neuen Besucherrekord zu. Die Zahl der Gäste des Museums liege in diesem Jahr bereits jetzt um 18.000 höher als im gesamten Vorjahr, sagte Direktor Jochen Birkenmeier dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag. 2017 habe man bis einschließlich Mittwoch 59.793 Besucher begrüßen können. Mit insgesamt knapp über 42.000 Gästen sei zudem bereits 2016 "ein sehr erfolgreiches Jahr" gewesen.

Einen Beitrag zu den erfreulichen Zahlen leiste dabei auch die aktuelle Sonderausstellung "Ketzer, Spalter, Glaubenslehrer - Luther aus katholischer Sicht". Das Interesse an der Ausstellung sei so groß, "dass wir prüfen, die Ausstellung auch noch im nächsten Jahr zu zeigen", sagte Birkenmeier. Der Blick der Katholiken auf den Reformator Martin Luther (1483-1546) habe in den vergangenen Jahrhunderten einen "geradezu dramatischen Wandel" erfahren. Der auf Basis von fast 200 Pappkartons errichtete Ausstellungsparcours führe durch die zumeist konfliktreiche gemeinsame Geschichte der beiden Konfessionen bis in die heutige Zeit.

Obwohl es zunächst nicht vorgesehen gewesen sei, erscheine jetzt wegen der anhaltenden Nachfrage doch ein Katalog zur Ausstellung, der auf 96 Seiten alle Texte, Grafiken und Schaubilder der Exposition enthalte, sagte Birkenmeier. Zudem verfüge er über eine kommentierte Auswahlbibliographie mit Büchertipps für alle, die mehr über das Thema der Ausstellung erfahren wollten. Der zweisprachige Begleitband (Deutsch-Englisch) könne ab Freitag unter anderem direkt im Museumsshop des Lutherhauses erworben werden. Beim Kauf des Kataloges erhielten die Besucher zudem eine kostenlose blau-rote Brille, mit deren Hilfe sich die Ausstellungsinhalte wahlweise aus katholischer oder evangelischer Sicht betrachten ließen.

Das Eisenacher Lutherhaus wurde in der vergangenen Woche mit dem Thüringer Museumssiegel 2017 ausgezeichnet. Das seit 1956 bestehende Museum, dessen Trägerin die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ist, war nach zweijährigem Umbau im September 2015 wiedereröffnet worden. Das Haus soll dem späteren Reformator am Ende seiner Schulzeit von 1498 bis 1501 als Unterkunft gedient haben.

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