So würden Flüchtlinge ab dem 16. Lebensjahr als verfahrensmündig angesehen und in nicht-kindgerechte Asylverfahren gedrängt, kritisiert Koenigs. Sie erhielten nur eine medizinische Notversorgung und ihr Zugang zu Bildung sei eingeschränkt. Der Grünen-Politiker sprach sich unter anderem dafür aus, die Rekrutierung als Kindersoldat als Asylgrund anzuerkennen und die Abschiebung von minderjährigen ehemaligen Kindersoldaten zu unterlassen.
Nach Angaben des terres des hommes-Kinderrechtsexperten Ralf Willinger werden weltweit rund 250.000 Minderjährige als Soldaten in militärische Auseinandersetzungen geschickt. Das Land mit den meisten Kindersoldaten ist demnach Birma. Allein in den letzten zehn Jahren sind nach Koenigs Worten weltweit zwei Millionen Kinder in Kämpfen ums Leben gekommen.
Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten, dem elf Kinderrechtsorganisationen angehören, sprach sich für stärkeren Druck auf Regierungen der Länder aus, in denen Kinder kämpfen oder der Armee als Helfer zur Seite stehen müssen. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) müsse bei seinem bevorstehenden Besuch in Birma die Regierung dazu auffordern, die Täter zur Verantwortung zu ziehen, alle Kinder aus der Armee zu entlassen und sie bei ihrer Rückkehr ins zivile Leben zu unterstützen, sagte Willinger. Niebel reist am Sonntag zu einem dreitägigen Besuch nach Birma.
Das Kinderhilfswerk Plan International forderte mehr Anstrengungen für die Rehabilitierung ehemaliger Kindersoldaten und verwies besonders auf die schwierige Situation von Mädchen. Nach den Ergebnissen einer Befragung unter ehemaligen Kindersoldaten in Liberia seien 40 Prozent der Mädchen selbstmordgefährdet. Drei von fünf Kindersoldatinnen hätten sexualisierte Gewalt erfahren. Wenn sie von den Kämpfen zurückkehren, seien ihre sozialen Strukturen zudem meist weggebrochen und sie vereinsamten, sagte May Evers von Plan International Deutschland.
Königs und mehrere Kinderhilfswerke forderten zudem erneut ein Verbot der Rekrutierung freiwilliger Minderjähriger für die Bundeswehr. Jedes Jahr würden etwa 1.000 17-Jährige aufgenommen, sagte Willinger. Das Mindestalter auf 18 Jahre hochzusetzen sei "ein überfälliger Schritt, der international erwartet wird", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe, Jürgen Thiesbonenkamp.
Terres des hommes setzt sich auch für ein Verbot von Rüstungsexporten, speziell von Kleinwaffen, in Krisengebiete ein. Besonders Kinder würden oft Opfer dieser Waffen und kämen besonders leicht an sie heran.
Anlass für den "Red-Hand-Day" ist das Inkrafttreten eines Zusatzprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention am 12. Februar 2002. Es soll Kinder unter 18 Jahren vor Krieg und Gewalt schützen. Weltweit sammeln Aktivisten rote Handabdrücke, die das Nein zur Rekrutierung von Kindersoldaten symbolisieren sollen.
epd ost bep phi

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