Und ist international geworden. Es beteiligen sich 70 Länder, von Spanien über Mexiko bis Australien. Mehr als zehn Millionen Bäume wurden bisher gepflanzt, die im Internetportal auf einer Weltkarte eingezeichnet sind. Sie stehen oft dort, wo Wüstenbildung droht oder der Boden stark erodiert ist.
Wer nicht selbst pflanzt, kann einen Euro für eine Baumspende geben. "Die Resonanz ist überraschend gut", sagt Maike Grundmann, die für die Spendenbetreuung zuständig ist. So konnten bis Ende vergangenen Jahres mehr als 200.000 Bäume in Namibia, Costa Rica, Kongo, Ecuador und Malaysia durch Spendengelder gepflanzt werden.
Wenige Erwachsene wie Grundmann gehören zum Team von "Plant for the planet". Gründer ist der 13-jährige Felix Finkbeiner, der durch ein Referat begann, sich für den Klimaschutz zu begeistern. Im Weltvorstandsrat der Organisation sind aber mittlerweile auch Kinder aus China, Russland und Botsuana. Unterstützt werden sie von Unternehmen und Umweltorganisationen, Felix Finkbeiner sprach bereits vor den Vereinten Nationen.
In Klima-Akademien in Deutschland, Österreich und Belgien bilden Kinder andere Kinder zum Klimabotschafter aus: Sie lernen, Aktionen zu organisieren und Vorträge zu halten.
Die 13-jährige Jule Schnakenberg aus Hamburg ist eine dieser Klimabotschafterinnen: "Wir Kinder leben noch 60 bis 70 Jahre, deshalb ist für uns Umweltschutz ein größeres Anliegen als für Erwachsene, die nur noch 30 bis 40 Jahre vor sich haben", glaubt sie. "Ich will nicht zu denen gehören, denen man in später vorwerfen kann, nichts gegen den Klimawandel getan zu haben." Ihre Lehrer konnte sie schon überzeugen: In Jules Gymnasium startet eine Projektwoche zum Klimaschutz.
"Messbar machen, was der Einzelne für den Klimaschutz tun kann", heißt das Prinzip bei einer anderen Internet-Aktion: "I plant a tree" (Ich pflanze einen Baum). Neben der Anzahl der Bäume ist auf dem Internetportal ein CO2-Rechner zu sehen. Mehr als 82.000 Bäume wurden bislang gepflanzt, die rund 2.400 Tonnen CO2 binden und damit helfen, die Klima-Erwärmung zu senken.
Hinter dem Projekt steckt der Hallenser Michael Bahr. Er baute das gemeinnützige Unternehmen "Wald 1.1." im Jahr 2006 auf, ein Jahr später startete das Internet-Projekt. Neben dem selbst gepflanztem Baum, dessen Standort im Portal eingetragen wird, kann auch per Klick ein Setzling bestellt werden. Drei Euro kostet ein Baum, Pflanzung und Pflege für fünf Jahre übernehmen Förster.
Bahr studierte Anglistik und arbeitet heute als Unternehmensberater. Dank seiner guten Kontakte zu Firmen spendeten einige Unternehmen bis zu 8.000 Bäume. Die Wochenzeitung "Die Zeit" schenkt jedem Verfasser eines Leserartikels auf Zeit Online einen Gutschein für eine Baumspende.
Ahorn, Buche, Kiefer und weitere Arten hält der Internet-Förster dafür bereit. Gepflanzt wird auf gepachteten Flächen. Rund 7.000 Bäume wurden im Harzer Naturschutzgebiet Selketal neu gesetzt. Und einen eigenen Wald hat die Initiative seit diesem Jahr auch. In der Nähe Halles, in Neustadt-Nietleben, kauften sie einen sieben Hektar großen Jungwald mit etwa 1,7 Hektar Brachfläche.
Waldexperten wie Max Vöhringer von der Bonner Tropenwaldstiftung OroVerde sehen solche Baumpflanzungen als "sinnvollen Weg gegen die Klima-Erwärmung", da Bäume im Laufe ihres Wachstums CO2 binden. Allerdings gibt der Wissenschaftler zu bedenken, dass man auf einige Aspekte bei Aufforstungsprojekten achten sollte: Es sollten einheimische Bäume verwendet und eine Vielfalt der Arten gesichert werden. Bei bewirtschafteten Flächen sei das nachhaltige Management wichtig.
Martin Kaiser von Greenpeace regt zusätzlich zu Neuanpflanzungen "Patenschaften für alte Bäume" an. "Denn alte Wälder sind Riesen-CO2-Speicher", sagt er. Das Verschwinden der letzten Urwälder, etwa in den Tropen, Kanada und Sibirien, sei im Moment das dringlichste Problem.
Und wer sich persönlich für den Klimaschutz einsetzen möchte, kann noch mehr tun als Bäume pflanzen oder pflanzen lassen, sagt Max Vöhringer. Seine Tipps: regionale Produkte kaufen, Energiesparlampen verwenden, das Auto mal stehen lassen und Rad oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen.
Internet: www.iplantatree.org/home; www.plant-for-the-planet.org/; www.greenpeace.de; www.oroverde.de/

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