Soziales
Jena erforscht die Schicksale von Heimkindern
Jena (epd). Die Stadt Jena hat das Projekt "Die stillen Schreie ehemaliger Heimkinder der DDR" gestartet. Dazu werden bundesweit Zeitzeugen gesucht wie Heimleiter, Erzieher und die ehemaligen Zöglinge der Heime, sagte Pressesprecherin Roswitha Putz am Dienstag in der Saalestadt. Ziel sei, mit Fotos der Einrichtungen, den persönlichen Erinnerungen sowie mit Hintergrund-Informationen eine Ausstellung zu gestalten.

Die Verantwortung für das Projekt trage Jana Franziska Schmidt im Rahmen ihres Bundesfreiwilligendienstes in der Stadtverwaltung. Die Geschehnisse in den DDR-Kinderheimen interessierten sie auch persönlich: Die 46-Jährige war "eines von diesen rebellischen Kinder, die in ein Heim verbracht wurden", erklärte die Stadtsprecherin.

Wichtig sei, "dass wir auch Menschen suchen, die positive Erfahrungen mit DDR-Kinderheimen gemacht haben", erklärte die Projektverantwortliche. Es gehe schließlich darum, ein Gesamtbild und keine einseitige Sicht aufzuzeigen. "Jeder hat die Zeit ja anders erlebt", betonte Schmidt.

Bei ihrem Projekt wird Schmidt unter anderem vom Thüringer Archiv für Zeitgeschichte "Matthias Domaschk" in Jena unterstützt. Das Archiv helfe bei der wissenschaftlichen Beratung, der Archivierung sowie beim Transkribieren der Interviews. Zudem kümmere sich eine Historikerin um das Vorhaben.

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