Umwelt
Immer weniger Amseln in Deutschland
Berlin (epd). In Deutschland gibt es immer weniger Amseln. Bei der diesjährigen Zählaktion "Stunde der Wintervögel" Anfang Januar habe die Amsel unter den Top Ten der Wintervögel am stärksten verloren, teilten der Naturschutzbund (Nabu) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) nach Abschluss der Auswertungen am Montag in Berlin mit. So wurden fast ein Drittel weniger Amseln als im Vorjahr beobachtet. Damit rutschte sie von Platz zwei auf Platz fünf ab. Ein Grund dafür könnte der für diese Vögel tödliche Usutu-Virus sein, der in den Jahren 2016 und 2017 zu Krankheitsausbrüchen in immer mehr Teilen Deutschlands geführt habe, hieß es.

Im Vergleich zum Vorjahr seien zwar wieder elf Prozent mehr Vögel gesichtet worden, hieß es. Durchschnittlich wurden rund 38 Vögel pro Garten gemeldet, im vergangenen Jahr waren es nur 34 Vögel. Die höheren Zahlen könnten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass seit Jahren ein kontinuierlicher Abwärtstrend festzustellen sei, warnte Nabu-Geschäftsführer Leif Miller. Seit Beginn der Wintervogelzählungen im Jahr 2011 seien die Gesamtzahlen gemeldeter Vögel um 2,5 Prozent pro Jahr zurückgegangen.

Am häufigsten wurden in diesem Jahr Haussperling sowie Kohl- und Blaumeise beobachtet. Hauben- und Tannenmeisen kämen im Vergleich zu 2017 sogar doppelt bis dreimal so häufig in den Gärten vor. Auch andere typische Waldvögel, wie Kleiber, Gimpel, Buntspecht und Eichelhäher seien häufiger gemeldet worden.

Die diesjährige "Stunde der Wintervögel" verzeichnete nach Angaben der Organisationen eine Rekordbeteiligung. Demnach machten bundesweit über 136.000 Vogelfreunde an der dreitägigen Aktion mit und übermittelten Zählungen aus über 92.000 Gärten. Damit konnte die bisherige Höchstzahl von knapp 125.000 Mitstreitern aus dem Vorjahr übertroffen werden.

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