Soziales
Hohes Armutsrisiko für Alleinerziehende in Berlin
Berlin (epd). In Berlin gab es im Jahr 2016 insgesamt 146.900 alleinerziehende Familien. Fast ein Drittel von ihnen seien armutsgefährdet, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Antwort der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales auf eine parlamentarische Anfrage der Linkspartei.

Demnach liegt die Armutsgefährdungsquote in Haushalten von Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern bei 30,5 Prozent. Zum Vergleich: in der gesamten Berliner Bevölkerung mit Kindern unter 18 Jahre lag diese Quote bei 22,7 Prozent. Insgesamt lebten 2016 rund 142.500 Kinder unter 18 Jahren in Haushalten Alleinerziehender. Zahlen aus den Vorjahren wurden nicht veröffentlicht, auch aus dem Jahr 2017 liegen demnach noch keine Daten vor.

Bei den meisten Alleinerziehenden in Berlin handelte es sich um Mütter (128.400). Zudem gab es 18.500 alleinerziehende Väter in der Hauptstadt. Die Daten zeigten, dass alleinerziehende Familien in Berlin mit am stärksten armutsgefährdet seien, hieß es weiter.

Laut Statistik ist das Armutsrisiko von Alleinerziehenden in Berlin aber geringer als im bundesweiten Durchschnitt (44,3 Prozent). In Brandenburg lag das Armutsrisiko von Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern 2016 bei 41,1 Prozent. Um wirksame Maßnahmen gegen das Armutsrisiko von Alleinerziehenden zu ergreifen, müssten Aspekte wie Erwerbslosigkeit, fehlende oder mangelnde Berufsqualifizierung, gesundheitliche Belastungen oder Einschränkungen sowie fehlende Möglichkeiten zur Vereinbarung von Beruf und Familie betrachtet werden, betonte die Senatsverwaltung.

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