Umwelt
Hasen als Stadtbewohner werden zum Forschungsobjekt
Berlin (epd). Der Osterhase als Stadtbewohner: Der gewöhnliche Feldhase, der bundesweit inzwischen als gefährdete Tierart geführt wird, fühlt sich in den großen Grünflächen zwischen den Plattenbauten der ehemaligen DDR in Ostberlin offenbar besonders wohl, teilte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am Dienstag mit. In den Ostberliner Plattenbausiedlungen existiere neuerdings eine stabile städtische Population der Tiere.

Das BMBF beruft sich dabei auf das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. Das Forschungsinstitut untersuche nun erstmalig die landflüchtigen Hasen. Die Wissenschaftler wollen demnach herausfinden, wie Feldhasen ihr Verhalten angepasst haben, um in der Stadt zurechtzukommen.

Zum ersten Mal könne zudem die Neuansiedlung von Wildtieren in der Stadt von Beginn an verfolgt werden. Bis zu 15 Hasen pro Quadratkilometer wurden bisher auf Grünflächen in Berlin-Lichtenberg gezählt - rund 100 dürften es insgesamt sein, wie das BMBF weiter mitteilte.

Ziel des Projekts sei es auch, Stadtmenschen für die Wildtiere zu sensibilisieren. Beispielsweise könnten Grünflächen so angelegt werden, dass sie neben der Erholungsfunktion für den Menschen den Wildtieren auch als Lebensraum dienen, hieß es weiter. Zur Beobachtung und Zählung der Feldhasen in der Stadt seien auch interessierte Bürger aufgerufen.

epd ost cxm