Das Kunsthaus sollte ursprünglich am Geburtstag des Künstlers in diesem Jahr eröffnet werden. Wegen der offenen Finanzierung wurde die Neueröffnung ohne konkreten Termin verschoben. Die Retrospektive mit 240 Arbeiten wird nunmehr in der Orangerie am Küchengarten und im Geburtshaus des Künstlers gezeigt. Die Auswahl dokumentiere die vielfältigen Wandlungen von Dix' Werk in allen Schaffensphasen, sagte der Leiter der Geraer Kunstsammlung, Holger Saupe.
An der hochkarätigen Ausstellung sind öffentliche und private Leihgeber aus ganz Deutschland und der Schweiz sowie die Otto-Dix-Stiftung Vaduz beteiligt. Unter dem Motto "Otto Dix: retrospektiv" sind Themen wie Porträt, Eros und Tod, Krieg und Gewalt sowie Allegorie und Landschaft vereint. Sie veranschaulichen die große inhaltliche und stilistische Breite im Werk von Dix, der zu den bedeutendsten deutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts gehört.
In der Ausstellung folgen frühen Landschaftsbildern aus seiner Thüringer Heimat expressive Arbeiten zur Auseinandersetzung mit seinen Fronterfahrungen als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg. Ein weiterer Aspekt der Retrospektive ist die "innere Emigration" nach der Diffamierung als "entarteter" Künstler durch die Nationalsozialisten. In seiner Wahlheimat am Bodensee wandte sich Dix wieder verstärkt der Landschaftsmalerei und religiösen Motiven zu, die er als als Metaphern für aktuelle Aussagen nutzte. Ein eigener Ausstellungsteil ist "Verschollenen Meisterwerken" gewidmet.
Otto Dix wurde am 2. Dezember 1891 im Geraer Stadtteil Untermhaus geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er als Freiwilliger teilgenommen hatte, studierte er in Dresden. Hier wurde er schon 1933 als einer der ersten Kunstprofessoren von den Nationalsozialisten entlassen. Im Jahr darauf wurden seine Arbeiten als "entartete Kunst" aus Museen und Sammlung entfernt. Seit 1936 lebte er zurückgezogen in Süddeutschland am Bodensee, wo er am 25. Juli 1969 starb.
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