Soziales
Frauen in Berlin und Brandenburg verdienen etwas weniger als Männer
Berlin (epd). Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Berlin und Brandenburg ist im bundesweiten Vergleich eher gering. In Brandenburg lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen im vergangenen Jahr mit 15 Euro vier Prozent unter dem der Männer, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Mittwoch anlässlich des sogenannten Equal Pay Days mitteilte. Berliner Frauen verdienten 2016 mit 17 Euro 14 Prozent weniger als die Männer. Bundesweit landete Brandenburg damit nach Sachsen-Anhalt auf Platz zwei, Berlin belegte den sechsten Platz.

Der Equal Pay Day markiert den Termin, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, damit sie auf das durchschnittliche Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen kommen. Aus der aktuellen Lohndifferenz von 21 Prozent in Deutschland ergeben sich umgerechnet 77 Tage - und das Datum des nächsten Equal Pay Days am kommenden Samstag. An diesem Tag machen Gewerkschaften und Verbände auf den geschlechtsbedingten Gehaltsunterschied aufmerksam.

Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern schrumpfte in Berlin im Vergleich zum Vorjahr nur minimal um einen Prozentpunkt (2015: 15 Prozent), in Brandenburg blieb der Wert unverändert. In Berlin stagniere der Wert seit 2010 allerdings im Bereich von 14 bis 15 Prozent, während er in Brandenburg in diesem Zeitraum von sieben auf vier Prozent gesunken sei. Die größten Lohnungerechtigkeiten gab es im vergangenen Jahr den Angaben zufolge nach wie vor im früheren Bundesgebiet. In den neuen Bundesländern sei der Verdienstunterschied dagegen weiterhin relativ gering.

Erklären lässt sich die Lohndifferenz laut dem Statistik-Amt vor allem mit den unterschiedlichen Branchen und Berufen der Frauen und Männer. So übten Frauen häufig schlechter bezahlte Dienstleistungsberufe wie Verkäuferinnen, Friseurinnen oder Alten- und Krankenpflegerinnen aus. Männer arbeiteten dagegen in besser bezahlten Branchen wie dem Verarbeitenden Gewerbe, hieß es. Frauen seien zudem häufiger nur teilzeit- oder geringfügig beschäftigt. Das wirke sich auch negativ auf die berufliche Entwicklung aus: Männer seien häufiger in Führungspositionen tätig als Frauen.

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