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Franckesche Stiftungen entwickeln Museum in Südindien
Halle an der Saale/Tharangambadi (epd). Das von den Franckeschen Stiftungen initiierte deutsch-indische Missionsmuseum im südindischen Tharangambadi hat seit der Eröffnung im Juli 2017 bereits 2.000 Besucher gezählt. In dem Museum im historischen Wohnhaus des Missionars der Dänisch-Halleschen Mission, Bartholomäus Ziegenbalg (1682-1719), an der Südostküste Indiens soll künftig auch ein regelmäßiges Kultur- und Bildungsprogramm angeboten werden, teilten die Franckeschen Stiftungen am Donnerstag in Halle an der Saale mit.

Mit der Dänisch-Halleschen Mission wurde Tharangambadi, heute im indischen Bundesstaat Tamil Nadu gelegen, im Jahr 1706 zum Ausgangspunkt der ersten protestantischen Mission weltweit.

In fünf Räumen auf zwei Etagen erhalten die Museumsbesucher derzeit Einblicke in die Geschichte der Dänisch-Halleschen Mission und der Druckkunst in Indien, die durch die halleschen Missionare in Indien verbreitet wurde. Zu den Exponaten zählen unter anderem die Taufschale Ziegenbalgs und Druckmaschinen, an denen die historischen Techniken vorgeführt werden können. Das Ziegenbalg-Haus gehört der Tamil Evangelical Lutheran Church, die aus der Mission hervorging.

Angedacht sei, die Arbeit des Museums auch auf die benachbarten Gebäude der historischen Missionsstation auszudehnen, hieß es. Daraus könnte ein ganzer Studiencampus des interkulturellen Austauschs entstehen.

Das Museum ist ein Kooperationsprojekt der Franckeschen Stiftungen, der Tamil Evangelical Lutheran Church, des Evangelisch-Lutherischen Missionswerks Niedersachsen und des Evangelisch-Lutherischen Missionswerks Leipzig. Mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands konnte das Ziegenbalg-Haus vor dem endgültigen Verfall gerettet und denkmalgerecht restauriert werden.

Die Missionare der ersten protestantischen Mission waren von dem halleschen Pietisten August Hermann Francke (1663-1727) ausgebildet worden und von seinen Reformideen geprägt. Sie gründeten in Südindien Waisenanstalten und die ersten Schulen für Jungen und Mädchen. Im Archiv der Franckeschen Stiftungen gibt es heute rund 35.000 Manuskripte mit Informationen über Südindien im 18. Jahrhundert.

epd ost ror yj