Der katholische Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki betonte den völkerverbindenden Charakter des ökumenischen Treffens, der ein "Weg der Versöhnung" sei. "Er ist auch eine klare Absage an rechtsradikales Gedankengut", sagte Woelki mit Verweis auf Opfer rechtsextremer Gewalt. "Deutschtümelndes und anderes nationalistisches Gedankengut passen nicht zu einem europäischen Jugendtreffen." Zudem sei das Treffen ein "Bekenntnis zu Europa".
"Wir müssen uns auch auf Fremde einlassen, um sie zu entdecken", sagte die evangelische Pröpstin Friederike von Kirchbach. Vor allem evangelische Gemeinden in Berlin und Potsdam beteiligen sich an den Vorbereitungen. Insgesamt sind den Angaben zufolge rund 120 Kirchengemeinden involviert. Organisiert wird das Treffen von den großen Kirchen und dem Land Berlin.
Berliner, die als Gastgeber "zwei Quadratmeter" für jeweils einen Jugendlichen zur Verfügung stellen wollen, können sich an die Kirchengemeinden oder das Vorbereitungsteam wenden. Mit der Flächenangabe ist der Platz gemeint, den die Jugendlichen mit Isomatte und Schlafsack als Minimum zur Unterbringung brauchen.
Tagsüber sind die Jugendlichen in Kirchengemeinden der Stadt, zu Gebeten und Veranstaltungen auf dem Messegelände oder anderen Veranstaltungen unterwegs. Gastgeber und andere Interessierte können ebenfalls am Taizé-Treffen teilnehmen. Die Veranstaltungen sind kostenlos und ohne Anmeldung zu besuchen.
Die Bruderschaft von Taizé wurde in den 40er Jahren in Frankreich gegründet. Ihr Initiator, der Schweizer Theologe Roger Schutz, wollte in der Zeit des Zweiten Weltkriegs "die Zerrissenheit unter den Christen und die Konflikte in der Menschheit" überwinden helfen. Heute gehören der Bruderschaft knapp hundert Mitglieder an. Das jährlich stattfindende Jugendtreffen ist in diesem Jahr erstmals im wiedervereinigten Berlin zu Gast.
epd ost co bue

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