Umwelt
Evangelische Kirche will Klimaschutz vorantreiben
Berlin (epd). Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz will ihren Kohlendioxidausstoß bis 2050 um 85 Prozent reduzieren. Dazu hat die Landeskirche ein Klimaschutzkonzept entwickelt, das im April vom Kirchenparlament beschlossen werden soll, heißt es in einer Vorlage der Kirchenleitung, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Vorgeschlagen werden unter anderem finanzielle Anreize für Klimaschutzmaßnahmen und Reisekostenerstattungen für Dienstfahrten mit Fahrrädern.

Ausgangswert der Pläne sind den Angaben zufolge die rund 85.000 Tonnen CO2-Emissionen von 2015 in den Bereichen Immobilien, Beschaffung und Mobilität. Davon entfielen gut 70.000 Tonnen auf Immobilien, darunter 26.000 Tonnen auf Kirchen und Kapellen. Rund 7.300 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen wurden im Verkehrsbereich verursacht, 90 Prozent davon durch Fahrten der Beschäftigten zur Arbeit.

Für Modellprojekte zur CO2-Einsparung will die Landeskirche den Angaben zufolge 500.000 Euro einsetzen. Rund 700.000 Euro sind für die Überprüfung und Modernisierung von Heizanlagen vorgesehen.

Die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes solle auf allen Ebenen der Landeskirche zügig angegangen werden, heißt es dort weiter. Bis 2020 sei ein Einsparpotenzial von zunächst 15 Prozent realistisch.

"Wir gehen damit auf den Weg, der aus ökologischen und theologischen Gründen der einzig gangbare erscheint", heißt es in dem Konzept. Das sogenannte Zwei-Grad-Ziel der Begrenzung der Erderwärmung auf höchstens zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit werde damit im Bereich der Landeskirche jedoch noch nicht erreicht.

2015 seien in der Landeskirche mehr als 200.000 Megawattstunden Strom und Heizenergie verbraucht worden, heißt es in dem Konzept. Auf den Stromverbrauch entfielen dabei rund 22.200, auf den Heizenergieverbrauch rund 194.000 Megawattstunden.

Rund 33 Prozent des gesamten Energieverbrauchs entfalle auf die rund 1.900 Kirchen und Kapellen, 26 Prozent auf die 271 Gemeindezentren, 15 Prozent auf die rund 540 Pfarrhäuser sowie je 13 Prozent auf Gemeindehäuser und Kindertagesstätten, heißt es weiter. Die Energiebilanz wurde für insgesamt 3.443 Immobilien erstellt.

Die Synode der Landeskirche tagt am 7. und 8. April in Berlin.

epd ost yj bue