Ihr Einkommen liegt bei weniger als 60 Prozent des Durchschnitts. In Sachsen gehören 19,4 Prozent der Menschen zu dieser Gruppe. Höher liegt der Anteil nur noch in Sachsen-Anhalt, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Anteil von Menschen, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld erhalten. Hier liege Sachsen mit 14,4 Prozent um 4,6 Prozentpunkte höher als im Bundesdurchschnitt und im Ländervergleich auf Platz 12, hieß es. Dahinter kommen nur noch Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Bremen und Berlin. Bayern belegt in beiden Vergleichen Platz eins.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Sachsen rief die CDU/FDP-Landesregierung auf, sich der Armutssituation im Freistaat anzunehmen. Das Thema sei im Koalitionsvertrag nicht erwähnt. Die Erhebung verdeutliche aber den Handlungsbedarf und die Notwendigkeit neuer Prioritäten. Die sächsische SPD-Fraktion verwies auf schwerwiegenden Auswirkungen vor allem für Kinder und Jugendliche. "Wir brauchen endlich ein Kompetenzzentrum mit einer Arbeitsstelle zur Sozialstatistik, um eine qualifizierte und kontinuierliche Sozialberichterstattung zu ermöglichen", hieß es.
Die Grünen-Fraktion kritisierte die Arbeitsmarktpolitik der Staatsregierung. Sie feiere zwar ein "sächsisches Jobwunder". Viele Menschen könnten von ihren niedrigen Löhnen aber kaum leben. Die Staatsregierung dürfe sich einem generellen Mindestlohn nicht länger in den Weg stellen. Daneben seien rund 30.000 Menschen nicht in den ersten Arbeitsmarkt vermittelbar. Für sie sei ein sozialer Arbeitsmarkt notwendig, hieß es.
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