Kultur
Dresdner Kreuzchor will Inklusionskonzept erarbeiten
Dresden (epd). Der Dresdner Kreuzchor stellt sich nach eigenen Angaben der Herausforderung, ein umfassendes Inklusionskonzept zu erarbeiten. Dass der Kreuzchor ausersehen sei, durch ein solches Konzept zum "Vorreiter unter den Kulturinstituten zu werden, erfüllt uns mit Stolz", teilte Kreuzkantor Roderich Kreile am Montag in Dresden mit. Dies vertrage sich "auf das Beste mit dem auf christlich-humanistischer Basis stehenden Wertesystem beim Dresdner Kreuzchor".

Verwundert äußerte sich Kreile darüber, erst aus den Medien von den Plänen des Stadtrates erfahren zu haben, den Kreuzchor mit der Erarbeitung eines Inklusionskonzeptes zu beauftragen. Er halte es daher für sinnvoll, "uns dazu zu positionieren, auch wenn uns der offizielle Text des Stadtratsbeschlusses noch nicht vorliegt", sagte Kreile und widersprach zugleich Befürchtungen, "der Kreuzchor könne diesen Wandel nicht leisten".

Vergangenen Dienstag war bekannt geworden, dass auf dem Campus Evangelisches Kreuzgynmasium bis August 2019 ein neues, fünfstöckiges Internat entstehen soll. Die "Sächsische Zeitung" hatte berichtet, bislang sei nur im Erdgeschoss des neuen Gebäudes Barrierefreiheit vorgesehen, sodass der Chor auch künftig keine gehbehinderten Alumnaten aufnehmen könne. Derzeit wohnen 90 Kruzianer im Internat, künftig sollen 134 Chorknaben Platz finden.

Kreile betonte, man werde sich der Aufgabe im kommenden Jahr widmen "und ein Konzept erstellen, von dem wir hoffen, das es in Teilen als Modell für die anderen Kultureinrichtungen Dresdens dienen kann". Er fügte hinzu: "Sicher werden auch bald Gespräche mit Partnern wie der Kreuzkirche geführt werden müssen, um dort den barrierefreien Zugang zu den Emporen für Kruzianer ermöglichen zu können."

epd ost sue cxm