Soziales
Diakonischer Rat befasst sich erneut mit Diakoniewerk Bethel
Berlin (epd). Der Ausschluss des wegen des Umgangs mit den eigenen Finanzen umstrittenen Diakoniewerks Bethel aus dem Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz rückt offenbar näher. Der Diakonische Rat, das oberste Gremium des Diakonie-Dachverbands, werde am 20. November zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommen, sagte eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dort steht auch das gegen den evangelisch-freikirchlichen Sozialträger bereits eingeleitete Ausschlussverfahren auf der Tagesordnung. Ob an dem Tag auch eine Entscheidung falle, sei noch offen, hieß es.

Das Diakoniewerk Bethel, das nichts mit den bekannteren v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel zu tun hat, steht seit Juli nach Berichten über mögliche finanzielle Unregelmäßigkeiten in der Kritik. Vorstand Karl Behle soll Medienrecherchen zufolge durch Satzungsänderungen vor einigen Jahren die Kontrolle über den Träger übernommen haben. Sein Jahresgehalt soll mehr als 700.000 Euro betragen, außerdem soll er sich unter anderem Pensionsansprüche in Millionenhöhe gesichert haben. Der Sozialträger stand vor einigen Jahren bereits in der Kritik, weil er mehrere vom Diakoniewerk finanziell abhängige Diakonissen ausschließen wollte.

Der Berliner Diakonie-Dachverband hatte dem umstrittenen Mitglied eine Frist bis Ende Juli gesetzt, um die aktuellen Vorwürfe aufzuklären und Änderungen der Aufsichtsstrukturen des evangelisch-freikirchlichen Sozialträgers vorzunehmen. Das Diakoniewerk Bethel ließ die Frist ungenutzt verstreichen.

Das Diakoniewerk Bethel betreibt mehrere Krankenhäuser, Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Bundesweit werden rund 1.700 Beschäftigte gezählt. Mit einem Ausschluss aus dem Diakonie-Dachverband wäre für den Träger ein großer Imageverlust verbunden. In letzter Konsequenz dürfte er sich auch nicht mehr als Diakoniewerk bezeichnen, denn Namen und Marke "Diakonie" darf nur tragen, wer Mitglied ist.

epd ost yj bue