Kirche
Diakonie-Verband bereitet Ausschluss von Bethel-Werk vor
Berlin (epd). Der Berliner Diakonie-Dachverband verstärkt den Druck auf das wegen fragwürdigen Umgangs mit den eigenen Finanzen in die Kritik geratene Diakoniewerk Bethel und bereitet dessen Rauswurf vor. Der Diakonische Rat des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V. (DWBO) habe in seiner Sitzung am Montag beschlossen, dass der Vorstand die Prüfung eines Ausschlussverfahrens gegen die Diakoniewerk Bethel-Gruppe fortsetzen solle, teilte eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit. Der Beschluss sei einstimmig gefallen.

Durch das Votum werde eine endgültige Entscheidung über den Ausschluss des Diakoniewerkes Bethel in der nächsten Sitzung des Diakonischen Rates möglich, hieß es. Die nächste Sitzung des Gremiums ist für November angesetzt.

Das Diakoniewerk Bethel, das nichts mit den bekannteren Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel zu tun hat, steht seit Juli nach Berichten über mögliche finanzielle Unregelmäßigkeiten in der Kritik. Vorstand Karl Behle soll Medienrecherchen zufolge durch Satzungsänderungen vor einigen Jahren die Kontrolle über den Träger übernommen haben. Sein Jahresgehalt soll mehr als 700.000 Euro betragen, außerdem soll er sich unter anderem Pensionsansprüche in Millionenhöhe gesichert haben. Der Sozialträger stand vor einigen Jahren bereits in der Kritik, weil er mehrere vom Diakoniewerk finanziell abhängige Diakonissen ausschließen wollte.

Der Berliner Diakonie-Dachverband hatte dem umstrittenen Mitglied daher eine Frist bis Ende Juli gesetzt, um die Vorwürfe aufzuklären und Änderungen der Aufsichtsstrukturen des evangelisch-freikirchlichen Sozialträgers vorzunehmen. Das Diakoniewerk Bethel ließ die Frist offenbar ungenutzt verstreichen.

Das Diakoniewerk Bethel betreibt mehrere Krankenhäuser, Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Bundesweit werden rund 1.700 Beschäftigte gezählt. Mit einem Ausschluss aus dem Diakonie-Dachverband wäre für den Träger ein großer Imageverlust verbunden. In letzter Konsequenz dürfte er sich auch nicht mehr als Diakoniewerk bezeichnen, denn Namen und Marke "Diakonie" darf nur tragen, wer Mitglied ist.

epd ost bue mg