Soziales
Diakonie berät fast 600 Wohnungslose in Dresden
Dresden (epd). Fast 600 Menschen ohne eigene Wohnung hat die Diakonie Dresden im vergangenen Jahr in ihrer Beratungsstelle betreut. Zudem hätten 261 von Wohnungslosigkeit Bedrohte die Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie aufgesucht, sagte ihr Leiter, Michael Schulz, am Donnerstag in Dresden.

Von den genau 568 Wohnungslosen hätten 98 "Platte gewohnt", das heißt im Freien, in Abrisshäusern oder anderen provisorischen Unterkünften. Ein Jahr zuvor waren es in dieser Gruppe 81 sowie insgesamt 659 Wohnungslose, die bei der Diakonie Beratung suchten.

Ein anderer Teil wohnte bei Verwandten oder Bekannten sowie in Übernachtungsstätten. Wie viele Menschen in Dresden tatsächlich ohne Wohnung sind, könne nicht gesagt werden. Es sei davon auszugehen, dass es mehr sind als die Klienten bei der Diakonie, sagte Schulz. Das Land Sachsen veröffentlicht seit mehreren Jahren keine Statistik über Wohnungslose.

Das Angebot der Diakonie ist ein Teil der Hilfen für Wohnungslose in Dresden. Darüber hinaus gibt es städtische Einrichtungen sowie zum Beispiel im Winterhalbjahr die von Ehrenamtlichen betreuten Nachtcafes der Kirchgemeinden. Sachsenweit zählte die Diakonie in den vergangenen Jahren jeweils in ihren Beratungsstellen etwa 3.000 Wohnungslose.

In der Dresdner Wohnungsnotfallhilfe wurden 2017 insgesamt 1.079 Menschen beraten. Etwa 250 von ihnen kamen allerdings wegen anderer Themen in die Beratungsstelle. Ratsuchende waren 352 Frauen und 727 Männer. Fast alle von ihnen waren Alleinstehend, 96 Betroffene hatten Kinder. Mehr als die Hälfte der Klienten waren Schulz zufolge zwischen 20 und 40 Jahren alt.

Längerfristig konnte 2017 den Angaben zufolge in mehr als 400 Fällen das Einkommen von Betroffenen gesichert werden sowie in fast 140 Fällen der Wohnraum. In 83 Fällen konnte die Diakonie bei der Wohnungssuche vermitteln und in weiteren 77 Fällen bei der Beschaffung einer vorübergehenden Unterkunft. Die Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie Dresden wurde bereits 1992 gegründet und war einer der ersten Träger mit Angeboten in diesem Bereich.

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