Kultur
Deutsches Hygiene-Museum zeigt Leidenschaften in fünf Akten
Dresden (epd). Nach Ausstellungen über Schlaf, Glück oder Arbeit wendet sich das Deutsche Hygiene-Museum Dresden einer weiteren Seite des Lebens zu - den großen Gefühlen. Ab 25. Februar zeigt das Haus die Sonderschau "Die Leidenschaften - Ein Drama in fünf Akten". Darin gehe es um die Geschichte der Leidenschaften der vergangenen 3.000 Jahre seit der Antike, sagte die australische Kuratorin Catherine Nichols am Donnerstag in Dresden.

Die rund 350 Exponate illustrieren bis Ende des Jahres elf Leidenschaften, darunter Liebe, Begierde, Zorn, Angst, Scham, Ekel, Trauer. Sie wolle Einblicke in ein "verworrenes Feld" geben, sagte Nichols. "Wenn wir gut leben wollen ist es das Thema", fügte sie hinzu. Auf ihrem Rundgang erleben die Besucher fünf Räume mit jeweils ähnlichen Wohnungen. Es sieht zunächst aufgeräumt aus, dann kehrt zunehmend das Chaos ein bevor das Mobiliar am Ende wieder zurechtgerückt wird.

Die Räume thematisieren die Kulturgeschichte und Entstehung von Emotionen sowie ihren Ausbruch. Zum Ende geht es um die Zähmung von Leidenschaften wie zum Beispiel durch Erziehung und Religion. Für die Ausstellung trug Nichols Exponate von verschiedenen Leihgebern zusammen, darunter von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, vom Deutschen Historischen Museum oder vom Victoria and Albert Museum in London.

Zu sehen sind unter anderem Apparaturen aus den Anfängen der Gefühlsforschung, ein Beichtstuhl, die Tatwaffe eines Affektmordes, ein Video mit einem der berühmten Wutausbrüche des Schauspielers Klaus Kinski oder Plakate von der friedlichen Revolution 1989 als Dokumente des kollektiven Zorns. Daneben sind zahlreiche Künstler mit ihren Werken seit dem 16. Jahrhundert vertreten.
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