Ethik
Charité erinnert mit digitalem Erinnerungsweg an NS-Vergangenheit
Berlin (epd). Die Berliner Charité will mit einem interaktiven Denkmal ihre Vergangenheit im Nationalsozialismus transparent machen. Unter dem Titel "Remember" soll seit Mittwoch ein digitaler Erinnerungsweg mit Hilfe interaktiver Videokunst an Opfer erinnern, über Täter informieren und eine dauerhafte Auseinandersetzung über die Verantwortung der medizinischen Wissenschaft etablieren, wie Deutschlands größtes Universitätsklinikum in Berlin mitteilte. Zentrale Ausgangspunkte sind Gedenkskulpturen an sechs historischen Orten. Eine gleichnamige App für Smartphones und Tablets ermöglicht IOS- sowie Android-Nutzern den Zugang zu einem "lebendigen Erinnern" an den jeweiligen Stationen.

"Die Charité hat sich mit ihrer NS-Vergangenheit intensiv auseinandergesetzt", betonte der Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums, Karl Max Einhäupl. Das Konzept zum Gedenkort Charité sei realisiert worden, "so dass Mitarbeiter, Patienten, Besucher und Studierende alles über die Aufarbeitung des Nationalsozialismus erfahren können und für die Gefahren sensibilisiert werden".

Beim digitalen Erinnerungsweg "Remember" werden Besucher mit audiovisuellen Anweisungen von Station zu Station über das Charité-Gelände geführt. Interaktive Kurzfilme, Bilder und Texte thematisieren die NS-Geschichte des Klinikums. Zwei fiktionale Charaktere, eine Krankenschwester und ein Hausmeister, begleiten die Besucher bei der Zeitreise über den Campus.

Wie die Charité betonte, ist die App ein Teil des Projektes "GeDenkOrt. Charité - Wissenschaft in Verantwortung". Der digitale Erinnerungsweg soll die bereits vorhandenen Ausstellungen zu NS-Vergangenheit des Klinikums ergänzen, hieß es weiter.

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