Umwelt
Brandenburgs Bauern halten wieder "Wolfswachen"
Teltow, Potsdam (epd). Brandenburgs Bauern wollen in der Nacht von Freitag zu Samstag wieder sogenannte Wolfswachen abhalten. Anlass seien europaweite Mahnfeuer "gegen die unkontrollierte Ausbreitung der Wölfe", kündigten Landesbauernverband und Bauernbund am Dienstag in Teltow gemeinsam an. Mit den "Wolfswachen" solle demonstriert werden, dass der gesamte Berufsstand solidarisch hinter den Weidetierhaltern stehe.

Beide Verbände fordern die bereits seit längerem angekündigte Wolfsverordnung im Land zügig zu verabschieden und die Möglichkeit, die Raubtiere unbürokratischer abschießen zu dürfen, wenn sie sich Weiden und Dörfern nähern. "Wir haben das Recht und die moralische Pflicht, unsere wehrlosen Tiere gegen Wolfsangriffe zu verteidigen", betonten die Präsidenten von Landesbauernverband und Bauernbund, Henrik Wendorff und Marco Hintze.

"Wolfswachen" gibt es den Angaben zufolge unter anderem in Stücken, Gemeinde Michendorf, und in Leibsch, Gemeinde Unterspreewald. Weiter Mahnfeuer sind zudem in Libbenchen bei Seelow und in Birkholz bei Perleberg geplant.

Anfang April hatten beide Verbände die ersten "Wolfswachen" abgehalten. Damals beteiligten sich rund 800 Menschen an den Mahnfeuern, darunter auch Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD).

Die brandenburgische Landesregierung geht aktuell von 35 Wolfsrudeln in der Mark aus, davon sechs grenzüberschreitend mit Sachsen-Anhalt, zwei grenzüberschreitend mit Mecklenburg-Vorpommern und sechs grenzüberschreitend mit Sachsen. Insgesamt sollen mehr als 200 der Raubtiere in Brandenburg leben. Wolfsschützer entgegnen wiederholt, viele Weidetiere würden nicht von Wölfen sondern von Hunden gerissen.

epd ost mg cxm