Kultur
Brandenburg will Unesco-Welterbestatus für Pückler-Park Branitz
Cottbus/Potsdam (epd). Brandenburg will den Pückler-Park Branitz in Cottbus in das Unesco-Weltkulturerbe aufnehmen lassen. Dies sei eines der großen Ziele der zum Jahresbeginn gegründeten Landesstiftung für das historische Gartenkunstwerk und das Branitzer Schloss des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871), sagte Kulturministerin Martina Münch (SPD) am Donnerstag in Potsdam. Eine Aufnahme in die Welterbeliste noch in der aktuellen, bis 2019 laufenden brandenburgischen Legislaturperiode sei jedoch unwahrscheinlich.

Als Unesco-Weltkulturerbe anerkannt zu werden, sei "ein langer, steiniger Weg, aber die Chance gibt es", sagte Stiftungsdirektor Gert Streidt. Ziel der Stiftung sei, zu zeigen, "dass Pückler ein Magier war", betonte der Kultur- und Kunstwissenschaftler: "Sein historisches Zaubermittel waren die Parkanlagen." Der Branitzer Park mit seinen zwei Pyramiden, einer Wasserlandschaft und einem Pleasureground als "verlängertem Wohnzimmer" des Schlossherrn gilt als Spätwerk des Fürsten Pückler, der sich in der Seepyramide der Gartenlandschaft auch bestatten ließ.

Pückler habe die von 1845 bis zu seinem Tod 1871 entstandene Anlage mit einem rund 130 Hektar großen "Innenpark" und mehr als 600 Hektar Außenanlagen als sein Meisterwerk angesehen, betonte Streidt. Nach eigener Aussage habe er mit dem als künstlerisch gestaltetes Landgut angelegten Park in Cottbus "aus einer Wüste eine Oase" geschaffen. Der als Jugendwerk Pücklers geltende Muskauer Park gehört bereits seit 2004 zum Unesco-Weltkulturerbe.

Der Branitzer Park sei "ein wirkliches Juwel" und kulturhistorisch und landschaftsarchitektonisch "von enormer Bedeutung", sagte Münch. Mit der Gründung der Landesstiftung habe das Land seine Zuschüsse für den Park und das Schloss auf rund zwei Millionen Euro vervierfacht und übernehme damit eine größere Verantwortung für die Bewahrung des Kulturerbes. Die Stiftung verfüge nun mit insgesamt rund vier Millionen Euro über nahezu doppelt so hohe Haushaltsmittel wie zuvor.

Mit der Umwandlung von einer unselbstständigen kommunalen Stiftung zu einer Landesstiftung könnten künftig zusätzliche Mittel unter anderem vom Bund einfacher eingeworben werden, sagte Streidt. Am Branitzer Schloss und in den Parkanlagen gebe es inzwischen einen Sanierungsstau in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro, der in den kommenden Jahren abgearbeitet werden müsse.

Unter anderem sollen das Wegesystem im Park erneuert sowie das Kavalierhaus und die Landpyramide saniert werden, sagte Streidt. Im Schloss sollen zunächst die beiden Orienträume restauriert werden. Geplant sei auch, die rund 80.000 Handschriften-Dokumente des Fürsten Pückler, die in Krakau aufbewahrt werden, zu digitalisieren. Die Branitzer Anlagen stehen seit 1952 unter Denkmalschutz. Seit 1990 wurden dort mehr als 30 Millionen Euro von EU, Bund, Land und Stadt investiert.

epd ost yj phi