Kirche
Bischöfin: Angriffe auf Landeskirchenrat sind unbegründet
Weimar/Erfurt (epd). In die anhaltenden Irritationen um die Nichtverlängerung ihrer Amtszeit hat sich die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, erneut eingeschaltet. Sie respektiere die Entscheidung des Landeskirchenrates voll und ganz, sagte sie der in Weimar erscheinenden Mitteldeutschen Kirchenzeitung "Glaube+Heimat" (Ausgabe vom 11. Februar). Das Gremium habe im Rahmen des Bischofswahlgesetztes gehandelt, so die Bischöfin.

Sie verteidigte den Landeskirchenrat gegen die nicht abschwellende öffentliche Kritik. Diese Angriffe halte sie weder für angemessen noch für begründet. "Dass Personalberatungen der Vertraulichkeit unterliegen, legt zugleich allen Beteiligten eine Last auf, die Last, dass die Beratungen und Entscheidungen von außen nur sehr begrenzt nachvollziehbar sind", sagte sie. Dies könne verständlicherweise manche Fantasien und Mutmaßungen befördern. Ihr sei von Anfang an bewusst gewesen, dass ihr das Amt für eine befristete Zeit übertragen worden sei.

In einer persönlichen Erklärung hatte zuletzt der Stendaler Superintendent Michael Kleemann zur anhaltenden Debatte öffentlich Stellung genommen. In einem Brief an die Bischöfin, die Pröpste und das Kollegium des Landeskirchenamtes gab er auch Junkermann eine Mitschuld an der entstandenen Misere. Nach seinen Angaben hatte es im Vorfeld offene und deutliche Gespräche mit ihr zu Chancen und Risiken einer Amtszeitverlängerung gegeben. "Da wurde niemand in ein offenes Messer geschickt", so Kleemann.

Hätte die Landesbischöfin ihren Antrag nach der Entscheidung zurückgezogen, wäre das Verfahren aber gar nicht erst an die Öffentlichkeit gelangt. "Damit wären alle Beteiligten zumindest in der Öffentlichkeit unbeschädigt geblieben", ist Kleemann überzeugt. Die Bischöfin habe sich selbst für einen anderen Weg entschieden und damit auch die Form der Veröffentlichung selbst gewählt und teilweise bestimmt.

Der Landeskirchenrat hatte auf der Herbsttagung des EKM-Kirchenparlaments Ende November bekanntgegeben, dass der Synode kein Antrag auf Verlängerung der Amtszeit vorgelegt werde. Junkermann (60) wollte ihre bis 2019 reichende Amtszeit - was kirchenrechtlich möglich wäre - um etwa vier Jahre bis zum Eintritt in das Rentenalter verlängern.

epd ost dl phi