Soziales
Berliner Staatssekretärin unterstützt Foodsharing-Initiative
Berlin (epd). Die Berliner Staatssekretärin für Verbraucherschutz, Margit Gottstein (Grüne), ruft zu mehr Engagement gegen Lebensmittelverschwendung auf und will dabei auch Initiativen wie Foodsharing unterstützen. "Wir suchen nach sinnvollen Wegen der Verständigung mit den Ämtern, damit die Foodsharer ihrer Arbeit nicht trotz der Mindeststandards, sondern mit ihnen gut nachgehen können", sagte Gottstein der "Berliner Zeitung" (Mittwoch). Sie fügte hinzu: "Aus meiner Sicht handelt es sich um eine wachsende Bewegung und ich freue mich darüber sehr!"

Hintergrund der Äußerungen Gottsteins sind Befürchtungen der Berliner Foodsharing-Initiative, die um den Erhalt der öffentlichen Kühlschränke in der Bundeshauptstadt bangt. In den sogenannten Fairteilern können nicht mehr benötigte Lebensmittel aus Privathaushalten oder Geschäften ablegt und anderen Nutzern gratis zur Verfügung gestellt werden. Seit rund einem Jahr gelten in Berlin strengere Behördenauflagen, weshalb vielen Foodsharing-Kühlschränken das Aus droht.

"Der Grund für die Mindestanforderungen von den Berliner Veterinär- und Lebensmittelämtern der Bezirke ist, gesundheitliche Risiken möglichst ganz auszuschalten", sagte Gottstein. Auch die Foodsharer hätten sich selber Standards gegeben, die ebenfalls die Verbraucher schützen sollen. "Das halte ich absolut für sinnvoll und glaube auch nicht, dass das die Foodsharer-Bewegung beeinträchtigt", so die Staatssekretärin. Die Berliner Senatsverwaltung sei mit Vertretern der Initiative "in einem sehr konstruktiven Dialog" und unterstütze ihre Ziele.

Zudem verwies Gottstein darauf, dass der rot-rot-grüne Berliner Senat eine neue Ernährungsstrategie entwickeln wolle, "wie wir mit Lebensmitteln umgehen sollten". Ein wichtiger Teil davon sei die Reduzierung der Lebensmittelverwendung.

Der Foodsharing-Initiative geht es nach eigenen Angaben darum, nicht mehr benötigte, qualitativ hochwertige Lebensmittel anderen Menschen gratis zur Verfügung zu stellen. So sollen etwa von teuren Bio-Produkten auch sozial Bedürftige profitieren. Zudem sollen mit Foodsharing-Kühlschränken weniger Lebensmittel im Müll landen.

In Berlin gibt es derzeit rund 20 öffentliche Kühlschränke. Die Zahl der Nutzer ist unbekannt. Schätzungen zufolge existieren bundesweit mittlerweile rund 300 solcher öffentlichen Kühlschränke.

epd ost cxm mg