Kultur
Ausstellung zu "Luther und die Juden" in Dresdner Dreikönigskirche
Dresden (epd). In der Dresdner Dreikönigskirche wird am Dienstag die Ausstellung "Ertragen können wir sie nicht" zu Martin Luthers (1483-1546) Verhältnis zu den Juden eröffnet. Die Schau solle im 500. Jahr nach der Reformation zur Auseinandersetzung mit der dunklen Seite des Ereignisses herausfordern, teilte die sächsische Landeskirche am Donnerstag in Dresden mit. Mit 18 großen Bildtafeln beleuchte sie das Verhältnis des Reformators zu den Juden. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Dresdner Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und wird bis 28. April zu sehen sein.

Zur Eröffnung wird Herbert Lappe von der Jüdischen Gemeinde den Angaben zufolge einen Kurzvortrag zur Frage "Luther und die Juden - ein Thema für jüdische Menschen?" halten. Ex-Oberlandeskirchenrat Christoph Münchow spreche dagegen unter dem Titel "Luther und die Juden - ein Thema für evangelische Christen!". Martin Luther hetzte vor allem in seinem Spätwerk gegen die Juden. Der Reformator rief unter anderem dazu auf, Menschen jüdischen Glaubens zu vertreiben und Synagogen anzuzünden.

Die evangelische Kirche feiert bis Oktober 500 Jahre Reformation. Am 31. Oktober 1517 hatte Luther seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte.

epd ost sue cxm