Kirche
Anhaltische Landessynode tagt in Alexisbad
Alexisbad (epd). Die Synode der kleinsten evangelischen Landeskirche Deutschlands kommt am Freitag zu ihrer Frühjahrstagung im Harz zusammen. Bei den zweitägigen Beratungen des Kirchenparlaments der Evangelischen Landeskirche Anhalts in Alexisbad geht es unter anderem um Änderungen in der Verfassung der Landeskirche, ein Gesetz zur Arbeit der evangelischen Frauen in Anhalt, die Zahl der Mitglieder des Landeskirchenrates und die Einführung der neuen Lutherbibel. Auf dem Arbeitsprogramm der 39 Kirchenparlamentarier stehen außerdem Berichte von Kirchenpräsident Joachim Liebig und des Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Mitteldeutschland, Oberkirchenrat Eberhard Grüneberg. Weitere Tagesordnungspunkte betreffen das 500. Reformationsjubiläum in diesem Jahr und die Zukunft der Landeskirche.

Die Landessynode kommt regelmäßig im Frühjahr und Herbst zu Tagungen zusammen, dazwischen arbeiten die Synodalen in Ausschüssen. Die Evangelische Landeskirche Anhalts ist mit rund 35.000 Gemeindemitgliedern die kleinste Landeskirche Deutschlands. Wie viele andere Landeskirchen auch hat sie mit Überalterung und Mitgliederrückgang zu kämpfen und kommt deshalb perspektivisch um grundlegende Reformen wie Zusammenschlüsse der derzeit noch etwa 145 Kirchengemeinden nicht herum. Der Umfang des Gesamthaushaltes liegt in diesem Jahr bei 17,03 Millionen Euro. Davon kommen 4,3 Millionen Euro aus dem Finanzausgleich der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

In einem Doppelinterview für die Kirchenzeitung "Glaube + Heimat" (Ausgabe Nr. 16 vom 23. April) unterstrichen Kirchenpräsident Liebig und der stellvertretende Präses der Landessynode, Pfarrer Wolfram Hädicke, die Notwendigkeit weiterer Reformen. Wenn die landeskirchlichen Strukturen den veränderten Bedingungen angepasst würden, stehe die Selbstständigkeit der Landeskirche mittelfristig nicht in Frage, sagte Hädicke. Kirchenpräsident Liebig nannte es einen "Aufgabe und Bewährungsprobe", auch zukünftig allen gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen, etwa bei den Versorgungsleistungen für Mitarbeiter: "Eine unserer großen Sorgen ist, dass wir einmal diese Leistungen nicht mehr aus eigener Kraft stemmen könnten", sagte Liebig. Deshalb müsse versucht werden, die Zahl der Versorgungsberechtigten mittelfristig zu reduzieren.

"Bis 2025 werden uns etwa 30 Prozent der Mitarbeitenden in allen Berufsgruppen in den Altersruhestand verlassen. Wir werden nicht in der Lage sein, diese 30 Prozent eins zu eins wieder aufzufüllen", sagte der Kirchenpräsident. Ein zentrales Problem auf der Einnahmenseite sei auch der weitere Mitgliederrückgang, der wesentlich an der Demografie hänge: "Wir haben zu wenig junge Menschen, die in Anhalt leben und arbeiten." Nach den Worten von Hädicke hat Anhalt im Verhältnis zu den Nachbarkirchen deutlich mehr Pfarrer je Gemeindeglied. "Da müssen wir reagieren", fügte er hinzu. Auch gebe es in der Landeskirche einen Reformstau im Hinblick auf Zusammenschlüsse von Kirchengemeinden: "Wir haben eine Vielzahl von kaum lebensfähigen Kleinstgemeinden, die eine Verwaltung benötigen."

epd ost bue mg