Kultur
20 Jahre Kika: Die Rückkehr der Teletubbies
Erfurt (epd). 20 Jahre nach Sendebeginn haben ARD und ZDF ihrem gemeinsamen Kinderkanal ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt. "Wir wollen und können stolz auf das Erreichte sein", sagte die ARD-Vorsitzende und MDR-Intendantin Karola Wille am Dienstag in Erfurt. Der Kika zeige das ganze kreative Potenzial, zu dem der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk fähig sei. ZDF-Intendant Thomas Bellut ergänzte, der Sender sei bei Eltern und Politik zu Recht völlig unumstritten.

Die beiden Partner hatten am 1. Januar 1997 das gemeinsame Projekt gestartet. Die neun Rundfunkanstalten der ARD und das ZDF arbeiteten seitdem unter Federführung des MDR sehr gut zusammen, so die beiden Intendanten. Damals sei der Erfolg nicht unbedingt absehbar gewesen, erinnerte Wille an die Aufbruchszeit. Auch der von der Politik gewollte Standort Erfurt habe nicht sofort nur Begeisterung geweckt. Inzwischen habe sich das werbe- und gewaltfreie Qualitätsprogramm auch gegen die starke private Konkurrenz behaupten können.

"Die Eltern vertrauen uns fast zu 100 Prozent", sagte Wille. Viele Kinder, die vor 20 Jahren Kika schauten, setzten inzwischen ihre eigenen Kinder bei Formaten wie "Kikaninchen" oder dem "Sandmännchen" vor den Fernseher. Auf einen anderen Aspekt machte Bellut aufmerksam, indem er den Sender als "Talenteschuppen" bezeichnete. Viele der etwa 135 Kika-Mitarbeiter hätten bereits den Sprung in die Programme von ARD und ZDF geschafft.

Kika-Programmgeschäftsführer Michael Stumpf kündigte einige Neuerungen wie auch die Rückbesinnung auf bewährte Formate an. So sei bald die 20. Staffel von "Schloss Einstein" im Kika zu sehen, die 21. werde bereits produziert. Ab den 10. April kehrten zudem die "Teletubbies" auf den Sender zurück. Das beliebte Programm für Vorschulkinder wurde wie der Kika 1997 das erste Mal ausgestrahlt; zwei Jahre später lief es dann auch im Kinderkanal.

Wie alle großen Ereignisse des Jahres spiegele sich auch das Reformationsjubiläum im Kika wieder, sagte Stumpf. So werde am 31. Oktober "Storm und der verbotene Brief" gezeigt. Der Film führe die jungen Zuschauer in eine Antwerpener Druckerei des Jahres 1521, die in großen Ärger wegen des Drucks eines Luther-Briefes gerät. Dazu sei eine Serie "Triff Luther" in Vorbereitung.

Stumpf fand in der allgemeinen Zufriedenheit aber auch eine wenige kritische Worte. Beim TV-Programm sah er den Kika gut aufgestellt, beim "nichtlinearen" Angebot - sprich die verschiedenen Apps und Programme im Internet - "müssen wir noch besser werden", so der Programmgeschäftsführer.

Dem Kika stehen nach eigenen Angaben jährlich etwa 80 Millionen Euro zur Verfügung, von denen ARD, ZDF und der Sender selbst etwa jeder ein Drittel beisteuern. Allerdings "zahlten" ARD und ZDF mit von ihnen produzierten Programmminuten - etwa dem Nachrichtenmagazin "logo", der Quizsendung "1, 2 oder 3" oder dem "Tigerentenclub".

epd ost dl bue