Umwelt
Weniger Nandus am Schaalsee
Schwerin (epd). Im Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze wurden Ende März 205 Nandus gezählt, darunter mindestens 38 Jungvögel, die im vergangenen Jahr geschlüpft waren. Im November 2017 waren es insgesamt noch 244 Tiere gewesen, wie das Schweriner Umweltministerium mitteilte. Mögliche Ursachen für den Rückgang könnten der lange Winter und die gezielte Manipulation der Eier sein.

Weil freilebende Nandus erhebliche Schäden auf Raps- und Getreideflächen verursachen, werden die frisch gelegten gelben Eier angebohrt und verbleiben im Nest. Diese Manipulation darf nur von festgelegten Personen vorgenommen werden. Der Zeitraum ist aus Tierschutzgründen begrenzt.

Nandus zählen zur Gruppe der "Neuen Lebewesen" ("Neozoen"), die in den vergangenen 500 Jahren durch menschliche Aktivitäten in Deutschland angesiedelt wurden. Zu den mehr als 1.000 Neozoenarten gehören unter anderem Damwild, Fasan und Regenbogenforelle. Nach einer Einschätzung des Bundesamtes für Naturschutz haben Nandus keine negative Auswirkungen auf heimische Arten, werden aber intensiv beobachtet.