Kirche
Trauer um Synodenpräsident Hans-Rolf Dräger
Kiel (epd). Der langjährige Präsident der Nordelbischen Synode, Hans-Rolf Dräger, ist gestorben. Der hauptberufliche Deutschlehrer und Rektor sei am 13. März im Alter von 97 Jahren in Kiel gestorben, teilte die Nordkirche mit. 1972 wurde er zum Präsidenten der Schleswig-Holsteinischen Landessynode gewählt und war nach der Gründung der Nordelbischen Kirche ab 1977 deren erster Synodenpräsident. Andreas Tietze, Präses der Landessynode der Nordkirche, würdigte ihn als einen der "markanten Vertreter der jüngsten Kirchengeschichte".

"Er hat durch sein ehrenamtliches kirchenleitendes Engagement das Leben unserer Kirche gestaltet, geprägt und vorangebracht", sagte Tietze. Dräger habe über einen langen Zeitraum die Synoden der Landeskirchen mit Augenmaß, Humor und Sachkenntnis sowie einer außerordentlichen Geschichtskenntnis geleitet.

Dräger gehörte von 1970 bis 1985 der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und von 1985 bis 1996 der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) an. Von 1972 bis 1979 war er Vorsitzender des Bildungspolitischen Ausschusses der EKD. 1992 erhielt er für sein ehrenamtliches Engagement die Bugenhagenmedaille der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche. 1995 verlieh ihm die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel die Ehrendoktorwürde.

Dräger war maßgeblich am Aufbau von Partnerschaften zu den Landeskirchen im Baltikum beteiligt. 2010 erhielt er das Verdienstkreuz II. Klasse der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Er blieb der Seemannsmission Kiel als Ehrenvorsitzender bis zuletzt verbunden.