Ethik
Schwesig zur Intersexualität-Debatte
Essen (epd). Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu einem dritten Geschlecht warnt die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig vor einer verkürzten Diskussion über die Folgen. "Wir müssen aufpassen, dass sich die Debatte jetzt nicht auf die Frage reduziert, wie viele verschiedene öffentliche Toiletten es geben muss", sagte Schwesig den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. Das werde den betroffenen Menschen nicht gerecht.

"Es geht insgesamt um mehr Akzeptanz in unserer Gesellschaft", betonte die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. "Wir sollten mit denen, die es direkt betrifft, darüber reden, welche Folgen das Urteil im Alltag haben sollte." Intersexuelle Menschen wollten in ihrer Identität akzeptiert werden. Das Urteil bedeute einen Schritt in Richtung Normalität für Menschen, die sich weder als Frau noch als Mann sehen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte am Mittwoch entschieden, dass es künftig die Möglichkeit geben muss, im Geburtenregister neben "männlich" und "weiblich" ein drittes Geschlecht eintragen zu lassen. Nun könne in der Bevölkerung "ein Bewusstsein dafür entstehen, dass es Menschen gibt, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlen", sagte Schwesig.

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