Soziales
Mehr Alleinerziehende erwerbslos
Schwerin (epd). In Mecklenburg-Vorpommern sind Alleinerziehende prozentual gesehen vier Mal so oft erwerbslos wie Paare, die Kinder erziehen. Wie das Statistische Landesamt unter Bezug auf den Mikrozensus mitteilte, waren im Jahresdurchschnitt 2016 von den insgesamt 62.700 Alleinerziehenden im Nordosten 40,3 Prozent erwerbslos. Bei den 145.700 Paaren mit Kindern waren nur in 9,3 Prozent der Fälle beide Partner arbeitslos. Eine mögliche Ursache sei die schlechtere Position Alleinerziehender auf dem angespannten Arbeitsmarkt, hieß es.

Die Auswertung der Familiennettoeinkommen korrespondiert mit den Aussagen zum Erwerbsleben. Knapp acht Prozent aller Alleinerziehenden hatten weniger als 900 Euro im Monat zur Verfügung, rund 44 Prozent mussten mit einem Nettoeinkommen zwischen 900 und 1.500 Euro auskommen. Hingegen hatte fast die Hälfte der Ehepaare mit Kindern und etwa jede dritte Lebensgemeinschaft mit Kindern ein Familiennettoeinkommen von 3.200 Euro und mehr.

In den Familien Mecklenburg-Vorpommerns gab es 2016 insgesamt 309.800 Kinder. Rund 55 Prozent (170.700 Kinder) davon lebten bei verheirateten Paaren, weitere 17,6 Prozent (54.400 Kinder) in Haushalten von Lebensgemeinschaften. Bei Alleinerziehenden lebten 84.700 Kinder (27,3 Prozent), davon 75.600 bei alleinerziehenden Frauen. Damit wuchs etwa jedes dritte bis vierte Kind bei nur einem Erziehungsberechtigten auf. Insgesamt lebte im Jahresdurchschnitt 2016 nur in etwa jedem vierten der 838.400 Privathaushalte mindestens ein Kind.