Umwelt
Luthers Apfelbäumchen am Hamburger Michel
Hamburg (epd). Am Hamburger Michel ist zum Reformationsjubiläum 2017 ein Apfelbaum gepflanzt worden. Er sei ein "Zeichen für die grüne Stadt Hamburg", sagte Hauptpastor Alexander Röder bei der Pflanzaktion. Hintergrund ist ein Zitat, das dem Reformator Martin Luther zugeschrieben wird: "Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen."

Ausgewählt wurde der eher seltene "Horneburger Pfannkuchen", ein säuerlicher Apfel mit festem Fruchtfleisch und "Apfel des Jahres 2016". Im Rahmen der Hamburger Aktion "Reformation der Apfelbäume" wurden bereits an über 30 Standorten in der Stadt Apfelbäume gepflanzt.

Das Bienenvolk im Michel-Turm sei über die Apfelblüten sicherlich erfreut, sagte der Hauptpastor. Der Baum sei auch zur Erntezeit frei zugänglich. Angesichts der verkehrsreichen Ludwig-Erhard-Straße vor der Kirche sollten die Äpfel allerdings gut abgewaschen werden. Röder erinnerte daran, dass vor dem Bau der Kirche im 17. Jahrhundert hier die Gärten der reichen Hamburger Kaufleute angelegt waren, die allen zugänglich waren. Später sei der Stadtteil dann allerdings so eng bebaut worden, dass in den stickigen Hafengassen Menschen und Bäume keine guten Lebensbedingungen gehabt hätten.

Ob das bekannte Apfelbaum-Zitat tatsächlich von Luther stammt, sei nach wie vor ungeklärt, sagte Wolfgang Pages, Landesvorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Nach einer alten Hollywood-Weisheit solle man sich bei der Wahl zwischen Wahrheit und Legende aber für die Legende entscheiden. "Sie erzählt sich besser." Die Michaelis-Gemeinde hatte bereits im Juni 2015 im Luther-Garten in den Wittenberger Wallanlagen einen der 500 Apfelbäume gepflanzt, die an das Reformationsjubiläum erinnern.