Umwelt
"Luthereichen" für Freiwilliges Ökologisches Jahr
Rellingen (epd). Mit einer besonderen Aktion unterstützen die Hans Reinke Baumschulen aus Rellingen (Kreis Pinneberg) das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) in Schleswig-Holstein. Ein Teil des Erlöses von 1.000 Sämlingen sogenannter "Luthereichen" soll dem FÖJ im Jugendpfarramt der evangelischen Nordkirche zugutekommen. Baumschulinhaber Niels Reinke taufte gemeinsam mit Jugendlichen aus dem Öko-Jahr die kleinen Pflanzen. Mit dabei war auch der Pinneberger Propst Thomas Drope.

Ein Sämling ist eine aus einem Samen durch Keimung entstandene junge Pflanze. Die Idee zur Aktion hatte der ehemaligen FÖJ-Mitarbeiter Hinrich Goos. Er hatte im Herbst 2015 Eicheln in Wittenberg gesammelt, um eine Spendenaktion für Projekte des Ökojahres zu initiieren. Reinke begeisterte sich für das Vorhaben und säte vor eineinhalb Jahren die Eichen. Die Sämlinge werden jetzt zum Preis von 15,1795 Euro zum Verkauf angeboten.

Dieser Preis hat eine besondere Bedeutung. Der Reformator Martin Luther (1483-1546) veröffentlichte am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen zur Erneuerung der Kirche. Die öffentliche Wirkung, die von der Anprangerung kirchlicher Missstände wie dem Ablasshandel ausging, ist unbestritten. In diesem Jahr wird das 500. Reformations-Jubiläum gefeiert. "Aus dem Preis ist unschwer der Anlass herauszulesen", sagte Reinke.

Ein großer Teil des Erlöses soll Sonderprojekte wie "FÖJ mit Geflüchteten" unterstützen. Die Baumschule und das Team des FÖJ wollen mit dieser Aktion auch einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. "Eichen bieten nach Fachuntersuchungen in unseren Breiten bis zu 500 Insektenarten eine Heimat", sagte Projektleiterin Birgitt Fitschen. Einige davon wie der Blaue Eichenzipfelfalter oder die Käferart Heldbock seien ausschließlich an Eichen gebunden.

Das FÖJ in Schleswig-Holstein war im vergangenen Jahr 25 Jahre alt geworden. Mehr als 2.600 junge Männer und Frauen haben es bislang absolviert. Die Zentrale befindet sich auf dem Plöner Koppelsberg. Das Land gibt jährlich 1,2 Millionen Euro Fördermittel. Träger des FÖJ sind die Nordkirche und die Trägergemeinschaft Wattenmeer. An der Finanzierung der rund 160 FÖJ-Plätze pro Jahrgang beteiligen sich neben dem Land das Bundesfamilienministerium, die FÖJ-Träger sowie die Einsatzstellen.