Umwelt
Landesnaturschutzverband fordert Politik gegen Artenschwund
Westerrönfeld (epd). Schleswig-Holsteins Landesnaturschutzverband hat die Landesregierung (CDU, FDP und Grüne) aufgefordert, zügig eine "Landesstrategie Biologische Vielfalt" gegen das Artensterben zu erstellen und umzusetzen. Der Artenrückgang habe in den letzten Jahren dramatische Dimensionen erreicht, beklagte der Vorsitzende Volkher Looft in Westerrönfeld bei Rendsburg. "Insektensterben, immer weniger Vögel, selbst Allerweltsarten sind immer seltener in der Landschaft anzutreffen." Nötig sei jetzt ein Aktionsplan für eine Trendwende.

Zur Jahreshauptversammlung waren 150 ehrenamtliche Naturschützer gekommen. Sie forderten Umweltminister Robert Habeck (Grüne) zu einer "neuen Dynamik" auf. Die nötigen finanziellen Mittel müssten zur Verfügung gestellt werden, "um die biologische Vielfalt zu sichern und zu fördern". Zwei Drittel der Biotope seien gefährdet, und es seien kaum noch blühende Wiesen anzutreffen. Die Zahl der Schmetterlinge und anderer Insekten nähme rapide ab. Der Rückgang der Lebewesen in der Agrarlandschaft sei dramatisch, so Looft.

Der Verbandsvorsitzende räumte ein, dass das Land mit dem Biotopverbundsystem, der Stiftung Naturschutz und dem Naturschutzgesetz "bundesweit beachtete Eckpfeiler" geschaffen habe. Dennoch sei der Zustand der biologischen Vielfalt "weit entfernt von dem Ziel", bis 2020 die Erhaltung der Ökosysteme und der genetischen Vielfalt sicherzustellen. Der Landesnaturschutzverband ist Dachverband der Natur- und Umweltschutzverbände. In ihm sind 22 Vereine mit rund 175.000 Mitgliedern organisiert.