Kultur
Komponist Samy Moussa wird mit Hindemith Preis 2017 geehrt
Lübeck (epd). Der kanadische Komponist und Dirigent Samy Moussa erhält in diesem Jahr den mit 20.000 Euro dotierten Hindemith-Preis. Moussa verstehe es auf besondere Weise, Tradition und Innovation zu einem eigenen Stil zu verbinden, heißt es in der Begründung der Jury. "Seine Musik, die sich durch Formschönheit und kompositorische Strenge auszeichnet, trifft den Nerv unserer Zeit." Die Preisverleihung findet am 17. Juli auf der Kunstmesse NordArt in Büdelsdorf (bei Rendsburg) statt, teilte das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) in Lübeck mit. Die Laudatio hält Christoph Eschenbach.

Moussa, 1984 in Montreal (Kanada) geboren, studierte Komposition und Dirigieren an der Université de Montréal bei José Evangelista und setzte seine Studien unter anderem in München bei Matthias Pintscher und Pascal Dusapin fort. Seine Opern "L’autre frère" und "Vastation" wurden bei den Münchener Biennalen 2010 und 2014 uraufgeführt. 2013 erhielt Moussa den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung. 2015 wurde er mit dem Titel "Composer of the year" bei den Opus Awards in Québec ausgezeichnet. Moussa lebt in Berlin und Paris.

Das Votum der Jury unter Vorsitz des SHMF-Intendanten Christian Kuhnt sei einstimmig ausgefallen, hieß es. Seit 1990 wird der Hindemith-Preis im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festival verliehen. Es sollen herausragende zeitgenössische Komponisten gefördert werden. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Olga Neuwirth (1999), Lera Auerbach (2005) und Bernd Richard Deutsch (2014). 2016 ging der Preis an die in New York lebende britische Komponistin Anna Clyne.

Paul Hindemith (1895-1963) war ein deutscher Komponist der Neue Musik. In seiner frühen Schaffensperiode schockierte er das klassische Konzertpublikum mit provozierend neuartigen Klängen wie schroffen Rhythmen, grellen Dissonanzen und dem Einbezug von Jazz-Elementen. Das brachte ihm den Ruf eines "Bürgerschrecks" ein.