Umwelt
Habeck stellt sich vor Seehundjäger
Tönning (epd). Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hat die Arbeit der rund 40 ehrenamtlichen Seehundjäger an der Nordseeküste des nördlichsten Bundeslandes gewürdigt. "Faktisch sind die Seehundjäger Seehundmanager", sagte der Minister in Tönning (Kreis Nordfriesland). Sie würden sich "mit hohem Engagement und großer Kompetenz" um gestrandete, verletzte oder kranke Seehunde kümmern. "Ohne sie würde das Seehundmanagement im Land nicht funktionieren."

Damit stellte sich der Umweltminister vor die ehrenamtlich aktiven Männer und Frauen und verteidigte sie vor jüngsten Angriffen von Tierschützern. Die "Menschen- und Tierrechtspartei Ethia" hatte den Seehundjägern vorgeworfen, dass sie die Tiere "extrem grob verpackt" zu Orten bringen, wo sie ohne Zeugen erschossen würden.

Nach den Worten von Habeck stehen die Seehundjäger 365 Tage im Jahr bereit und werden oft genug aus dem Bett geklingelt, wenn Seehunde stranden. Sie würden dann bei Wind und Wetter hinausfahren und müssten die schwere Entscheidung treffen, ob die gestrandeten Tiere allein überlebensfähig sind. Manche Seehunde seien so krank oder so stark verletzt, dass sie von ihren Leiden erlöst werden müssten. "Für diese Entscheidungen sind die Seehundjäger durch Schulungen und jahrelange Praxis gut qualifiziert", betonte der Umweltminister.

Überlebensfähige Tiere werden in die Seehundstation Friedrichskoog gebracht. Seit der Gründung 1985 wurden hier mehr als 1.700 Tiere für die Auswilderung wieder fitgemacht. Um den Bestand der Seehunde im Wattenmeer ist es derzeit gut bestellt. Für 2015 gehen Experten von 38.900 Tieren im gesamten Wattenmeer aus, für Schleswig-Holstein von etwa 12.000 Tieren.