Ethik
Habeck: Begriff "Heimat" nicht der AfD überlassen
Kiel (epd). Der Grünen-Spitzenpolitiker Robert Habeck plädiert dafür, Begriffe wie "Heimat" und "Patriotismus" nicht der AfD zu überlassen. Er habe in Gesprächen oft erlebt, dass Leute sich über die Tradition ihrer Orte, ihres Berufs, ihrer Heimat definierten. "Da verbietet sich jede Form von Verächtlichkeit", sagte der schleswig-holsteinische Umweltminister der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Wir müssen uns trauen, über Begriffe wie Heimat und Patriotismus zu reden, sie für uns zu reklamieren, und sie definieren", unterstrich der Minister, der auch Mitglied der Sondierungsgruppe der Grünen für ein Jamaika-Bündnis im Bund ist. "Heimat ist der Raum, in dem wir leben und den wir gestalten, gleich, woher wir kommen. Heimat ist unser Zusammenleben", führte Habeck aus. Nur zu sagen "wählt nicht die AfD", helfe nicht - "im Gegenteil". Stattdessen müsse man sich "mal was Neues ausdenken".

Dass viele Menschen im Osten rechtspopulistisch gewählt haben, offenbare ein "Problem von fehlender Anerkennung, von Verlorensein in einer Welt, die sich rasant ändert", fügte der Grünen-Politiker hinzu. Deswegen greife es zu kurz, das Problem durch mehr Geld allein lösen zu wollen. "Es geht nicht um neue Straßen, sondern um die Menschen", sagte Habeck. Man müsse Modelle schaffen, die sie einbinden und ihnen das Gefühl geben, dass sie gehört werden. Das sei auch eine Antwort auf die Flüchtlingskrise.