Kirche
Bischöfin Fehrs und VELKD-Chef Ulrich gratulieren Alt-Bischöfin Jepsen
Hamburg (epd). Bischöfin Kirsten Fehrs hat ihrer Vorgängerin Maria Jepsen im Namen der Nordkirche zu ihrer "epochalen" Wahl vor 25 Jahren gratuliert. Jepsen sei "eine mutige Vorkämpferin für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche" gewesen, sagte Fehrs in Hamburg. Auch die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) würdigte Jepsens Verdienste "für die volle Teilhabe von Frauen am geistlichen Amt und damit auch am Leitungsamt in der Kirche". Die damals 47-jährige Theologin war am 4. April 1992 im Hamburger Michel von der nordelbischen Synode zur weltweit ersten evangelisch-lutherischen Bischöfin gewählt worden.

"Maria Jepsen ist in ihrem Amt auf viele Menschen zugegangen, die zuvor nicht gesehen oder gar aktiv ausgeschlossen wurden", sagte Fehrs weiter. Dazu hätten friedensbewegte Menschen ebenso gehört wie Homosexuelle, Verfolgte des Naziregimes, Angehörige anderer Religionen und Geflüchtete. Jepsen habe gesellschaftliche Veränderungen aufgenommen und sie mit Herz und klarem Wort befördert.

Der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), betonte Jepsens Einsatz für die Schwachen, ihre profilierte Verkündigung und ihre klare theologische Positionierung. Die "umfassende Teilhabe der Frauen am geistlichen Amt" sei "Ausdruck einer vertieften Einsicht in die Theologie Martin Luthers", sagte Ulrich. Nach Angaben des Lutherischen Weltbundes werden in mehr als 80 Prozent der 145 Mitgliedskirchen Frauen ordiniert. Zuletzt hatte die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland die Frauenordination abgeschafft und dadurch entschiedenen Widerspruch unter den lutherischen Kirchen hervorgerufen.

Bewundernswert sei, wie geradlinig Maria Jepsen ihren Weg gegangen sei, sagte Bischöfin Fehrs: "Eine ist immer die Erste, und diese Erste hat es eben auch sehr schwer." Noch immer sei es alles andere als selbstverständlich, dass eine Frau das Bischofsamt innehabe. Der Weg bis zu einer völligen Gleichberechtigung von Männern und Frauen sei noch weit. Voller Freude sehe sie allerdings, dass es im Pfarramt mittlerweile kaum noch einen Unterschied macht, ob ein Mann oder eine Frau diese Stelle innehat.