Soziales
Bessere medizinische Versorgung für Behinderte
Hamburg (epd). Ein neues Projekt in Hamburg soll helfen, die medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderung zu verbessern. Vor allem bei Menschen mit einer geistigen Behinderung würden Krankheiten oft nicht angemessen behandelt, teilte die Evangelische Stiftung Alsterdorf mit. Medikamente seien nicht abgestimmt, Vorsorgeuntersuchungen würden nicht wahrgenommen. Mit dem Projekt soll unter anderem erreicht werden, dass Menschen mit Behinderung möglichst wenig Medikamente erhalten.

Menschen mit geistiger Behinderung hätten es schwerer als andere, Zugang zu Versorgungsleistungen zu finden, sagte Projektleiterin Petra Weber, Professorin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW). Sie hätten oftmals überlagernde Gesundheitsprobleme, so dass mehrere Medikamente verordnet werden, deren Wirkungen und Nebenwirkungen nicht aufeinander abgestimmt sind.

Im Rahmen des Projektes sollen Pflegeexperten bei den Teilnehmern beratende Hausbesuche machen. Menschen mit Behinderung würden häufig von mehreren Fachärzten behandelt, sagte Georg Poppele, Chefarzt des Sengelmann-Institut. "Dabei gerät manchmal aus dem Blick, wie viele Medikamente ein Patient bereits nimmt und ob diese Kombination noch sinnvoll ist."

Das neue Projekt "Medikamentenmanagement und Gesundheitsvorsorge bei Menschen mit einer geistigen Behinderung" wird in den kommenden drei Jahren mit 1,8 Millionen Euro vom Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert. Beteiligt sind die HAW, das Sengelmann-Institut der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, die Hochschule Bielefeld und das Deutsche Krankenhausinstitut.