Ethik
Asylberatung für Puigdemont
Kiel (epd). Der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein hat dem in Neumünster inhaftierten katalanischen Politiker Carles Puigdemont Unterstützung angeboten. Dabei gehe es konkret um eine Beratung zum Asylverfahren, sagte Geschäftsführer Martin Link in Kiel. Das Grundrecht auf Asyl gelte auch für Menschen, die in ihrem Herkunftsland strafrechtlich verfolgt werden, fügte er hinzu.

Wer das Grundrecht auf Asyl mit dem Hinweis verwehre, dass es Verfolgungsinteressen des Herkunftslandes gebe, der stelle im Blick auf dieses Grundrecht die Verfassung auf den Kopf, sagte Link weiter.

Zur Idee der katalanischen Eigenstaatlichkeit und Loslösung von Spanien könne man möglicherweise unterschiedlicher Ansicht sein, so der Flüchtlingsrat. Doch dass diese Idee vom spanischen Staat als Rebellion gewertet und mit 30 Jahren Haft quittiert werden solle, sei "wohl allemal einer asylrechtlichen Überprüfung wert".

Der katalanische Ex-Regionalchef Carles Puigdemont wurde am vergangenen Sonntag bei seinem Grenzübertritt von Dänemark nach Deutschland von der Bundespolizei festgenommen. Grund dafür war ein EU-weit ausgeschriebener Haftbefehl. Seitdem sitzt der Politiker in der JVA Neumünster.