Kirche
Alt-Weihbischof Jaschke besorgt über Vereinsamung der Pfarrer
Hamburg (epd). Der ehemalige Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke (75) hat sich besorgt über die Vereinzelung der katholischen Pfarrer gezeigt. Früher lebten in den Pfarrhäusern noch mehrere Personen wie Kaplan oder Haushälterin, sagte Jaschke der "Neuen Kirchenzeitung" . "Man ging sich zwar auch mal auf die Nerven, aber war eine soziale Einheit." Heute führten Priester oft ein Single-Dasein. "Das Leben aus Mikrowelle und Tiefkühltruhe, abends eine Flasche Bier vor dem Fernseher, das ist kulturlos."

Er habe die Sorge, dass die neuen katholischen Großgemeinden im Erzbistum einen Priester "menschlich und spirituell" überfordern könnten, sagte Jaschke. Ein Priester gehöre eigentlich als Seelsorger in die Gemeinde. "Wenn er nur noch 'Chef' ist, dann verändert sich auch für den Priester die Situation."

Die Erlaubnis zur Heirat würde das Problem nach den Worten Jaschkes nicht lösen. Es fehlten Modelle des gemeinschaftlichen Lebens. Das müsse nicht die Form des Klosters sein, aber es müssten neue Gemeinschaftsformen gefunden werden.

Jaschke war im Oktober 2016 in den Ruhestand getreten. Jüngst war Horst Eberlein (66) als neuer Weihbischof vorgestellt worden.