Kultur
"Weserburg" zeigt raumgreifende Kunst zu existenziellen Fragen
Bremen (epd). Es sind teils raumgreifende Werke, die von Sonnabend an im Bremer Museum für moderne Kunst "Weserburg" zu sehen sind. So beispielsweise als zentrale Arbeit der re-inszenierte "Tod des Marat" des britischen Künstlers Gavin Turk, der sich selbst als lebensgroße Wachs-Plastik im Bad modelliert. "Proof of Life" oder übersetzt "Lebenszeichen" lautet der Titel der Ausstellung, in der nach Angaben von Weserburg-Direktor Peter Friese 100 Gemälde, Skulpturen und Fotoarbeiten von mehr als 30 Künstlern zu sehen sind.

Die verbindende Klammer: Kunststars wie Daniel Richter, Damien Hirst und Anton Corbijn gehen existenziellen Fragestellungen nach. So geht es in der Ausstellung um Tod, Revolution, Visionen und Provokationen und um moralische Werte. Jake und Dinos Chapman beispielsweise nutzen die biblische Erzählung vom Turmbau zu Babel als Parabel des Zerfalls aller kulturellen Gemeinsamkeiten.

Religiös aufgeladen in der Frage nach Vergänglichkeit ist auch das monumentale Kirchenfenster von Damien Hirst, in dem er Tausende buntglänzender und fluoreszierender Schmetterlingsflügel verarbeitet hat. Alles, was gezeigt wird, stammt aus einer Privatsammlung, die in der Weserburg bis zum 25. Februar 2018 in dieser Form erstmals öffentlich vorgestellt wird. Friese: "Die Werke lassen uns nicht in sprachloser Ehrfurcht erstarren, sondern lösen Verwunderung, Fragen und Zweifel aus, die wir unmittelbar auf die Gegenwart beziehen." (5102/15.05.17)