Umwelt
Mehrere Tausend Menschen haben am 26.11.2011 im niedersächsischen Dannenberg gegen den Castor-Transport nach Gorleben demonstriert.
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Wenzel würdigt beharrlichen Anti-Atom-Protest in Gorleben
Hannover, Gorleben (epd). 40 Jahre nach der Benennung Gorlebens zum Atomstandort hat Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) den Anti-Atom-Protest im Wendland gewürdigt. Es sei letztlich dem entschlossenen, friedlichen und kreativen Widerstand rund um Gorleben zu verdanken, dass die Planungen für ein Endlager und der Ausbau des Salzstocks vor Ort gestoppt werden konnten, sagte Wenzel am Mittwoch in Hannover. Es werde auch keine weiteren Castortransporte ins Wendland geben.

Wenn die Arbeitsergebnisse der vom Bundestag eingesetzten Endlager-Kommission auf wissenschaftlicher Basis umgesetzt würden, könne das Kapitel Gorleben endgültig geschlossen werden, fügte Wenzel hinzu. Tatsächlich ist Gorleben als möglicher Endlagerstandort aber weiter im Rennen. Im Gorlebener Wald wurden zudem zwei Zwischenlager und eine noch nicht in Betrieb genommene Konditionierungsanlage errichtet.

Am 22. Februar 1977 hatte der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) bekanntgegeben, bei Gorleben werde ein "Nukleares Entsorgungszentrum" entstehen. Es sollte unter anderem eine atomare Wiederaufarbeitungsanlage, ein Endlager sowie mehrere Zwischenlager umfassen. Nach massiven Protesten wurden die Pläne für eine Wiederaufarbeitungsanlage zurückgezogen.

Wenzel bezeichnete die damalige Standortentscheidung als "Provokation gegen die Demokratie". Die Benennung Gorlebens sei "das Ergebnis von Willkür und Vetternwirtschaft" gewesen. Für die Erkundung des Salzstocks seien mehr als 1,6 Milliarden Euro "versenkt" worden, kritisierte der Grünen-Politiker. Dazu kämen die Kosten in jeweils deutlicher zweistelliger Millionenhöhe für insgesamt 13 Castortransporte mit bis zu 30.000 Polizisten zur Absicherung. (5147/15.02.17)