Umwelt
Waldbericht: Bestand an Eschen in Niedersachsen akut bedroht
Hannover (epd). Niedersachsens Wälder sind weitgehend stabil, allerdings ist der Bestand an Eschen akut bedroht. Das geht aus dem Waldzustandsbericht 2017 der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt hervor, wie Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Donnerstag in Hannover mitteilte. Die Eschen sind nach ihren Angaben oft von Pilzen befallen, und zurzeit sei keine wirksame Gegenstrategie bekannt. Wissenschaftler hofften darauf, dass einige Eschen resistent werden und so das Überleben ihrer Art sichern.

Der von Waldbesitzern und Förstern gefürchtete Kahlfraß an Kiefern und Eichen sei dagegen überwiegend ausgeblieben, erläuterte die Ministerin. So hätten sich die Bestände regenerieren können. In den vergangenen Jahren hatten sich laut Otte-Kinast gefräßige Raupen massenhaft vermehrt und Blätter und Nadeln in erheblichem Maße in Mitleidenschaft gezogen. Davon seien die Bäume 2017 verschont geblieben.

Die "Kronenverlichtung", also der Blattverlust in der Baumkrone, liege weiterhin bei 17 Prozent im Durchschnitt aller Baumarten. Der Anteil stark geschädigter Bäume betrage lediglich ein Prozent. "Unsere aktuellen Umweltdaten zeigen aber auch, dass viele Wirtschaftsbaumarten durch Immissionen vorgeschädigt sind", sagte Otte-Kinast. Die Bäume seien geschwächt und weniger widerstandskräftig gegen Schädlinge und Witterungsextreme.

Vor allem ältere Eichen, die für die biologische Vielfalt und für die holzverarbeitenden Betriebe besonders wertvoll seien, bezeichnete die Ministerin als "Sorgenkinder". Der Waldbericht liefert seit 1984 jährlich repräsentative Daten zum Zustand der Waldbäume in Niedersachsen. Landesweit kommen auf jeden Einwohner rechnerisch rund 1.500 Quadratmeter Wald. Pro Einwohner wird statistisch etwa ein Kubikmeter Holz geerntet. (4146/04.01.18)