Umwelt
Das ehemalige Salz-Bergwerk Asse bei Wolfenbuettel (Niedersachsen) diente als Lager fuer schwach- und mittelaktiven Atommuell und droht nun "abzusaufen". Foto vom 20.05.14.
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Umweltschützer: Neuer Asse-Betreiber muss Rückholung planen
Remlingen, Kr. Wolfenbüttel (epd). Umweltschützer fordern vom neuen Betreiber des maroden Atommülllagers Asse bei Wolfenbüttel eine detaillierte Planung für die Bergung der radioaktiven Abfälle. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) müsse zudem alle Arbeiten im Bergwerk in ihren Auswirkungen auf die Rückholung der Fässer abwägen und dokumentieren, erklärte am Donnerstag der Asse-II-Koordinationskreis.

Der Kreis, in dem Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen aus der Region zusammenarbeiten, äußerte sich anlässlich einer Veranstaltung der BGE in Remlingen bei Wolfenbüttel. Die Gesellschaft ist seit Ende April für die Asse sowie das Endlager Morsleben in Sachsen-Anhalt und das in Bau befindliche Endlager Schacht Konrad in Salzgitter verantwortlich. Sie löste damit das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ab.

Das BfS habe als eine der letzten Maßnahmen als Betreiber der Asse die Zugänge zu den Atommüll-Kammern in 750 Metern Tiefe zubetonieren lassen, kritisierte der Koordinationskreis. "Durch diese Verfüllung gingen die letzten Beobachtungsmöglichkeiten in diesem Bereich verloren", sagte ein Sprecher des Kreises. Nun könne nicht mehr kontrolliert werden, welche Laugenzuflüsse vor den Kammern aufträten. Die BGE müsse die unterirdischen Strecken zu diesen Hohlräumen deshalb wieder öffnen.

In der Asse lagern rund 126.000 Fässer mit schwach und mittelradioaktiven Abfällen sowie hochgiftiger Chemiemüll. Täglich laufen etwa 12.000 Liter salzhaltiges Wasser in das Bergwerk. Viele der eingelagerten Behälter sind nach Ansicht von Experten bereits korrodiert. (8173/18.05.17)