Umwelt
Umweltschützer: Bund will weitere Atomanlage bauen
Salzgitter (epd). Umweltschützer in Salzgitter befürchten den Bau einer weiteren Atomanlage. Der Entwurf für den Koalitionsvertrag von Union und SPD sehe als Voraussetzung für einen zügigen Betrieb des Endlagers Schacht Konrad die Errichtung eines sogenannten Bereitstellungslagers vor, teilte die atomkraftkritische Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad am Dienstag mit. Die Planungen dafür sollten "unverzüglich beginnen".

Ein Eingangslager für Schacht Konrad wäre ein Zwischenlager und "eine neue große Atomanlage, die eine Vielzahl zusätzlicher Atomtransporte auslösen würde", sagte Ludwig Wasmus vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft. Er verwies auf anderslautende Ankündigungen aus der Vergangenheit, wonach der Atommüll direkt von den Atomkraftwerken zum Schacht Konrad gebracht werden sollte. Eine weitere radioaktive Belastung durch ein zentrales Eingangslager habe so vermieden werden sollen. "Doch wieder einmal halten die Planungen für Konrad der Realität nicht stand", beklagte Wasmus.

Das ehemalige Eisenerzbergwerk Konrad in Salzgitter wird derzeit zum Bundesendlager für schwach und mittelradioaktive Abfälle ausgebaut. Es darf laut Genehmigung bis zu 303.000 Kubikmeter Atommüll aufnehmen. Der Beginn der Einlagerung wurde in der Vergangenheit immer wieder verschoben, derzeit ist die Inbetriebnahme für frühestens 2022 vorgesehen. (6047/06.02.18)