Umwelt
Tierschützer übergeben Bienenresolution an Politiker
Hannover (epd). Tierschützer haben am Donnerstag in Hannover eine Resolution an die niedersächsischen Landtagsfraktionen übergeben, um auf den Artenschwund gefährdeter Wildbienen hinzuweisen. Unter anderem fordern Bienenexperten und Biologen darin gezielte Artenschutzprogramme für die Wildbienen seitens der Landesbehörden. Sie bemängelten, dass im aktuellen Wahlkampf das Thema Artenvielfalt und Landnutzung eine "erschreckend kleine Rolle" spiele.

Noch etwa 360 Wildbienenarten kommen nach Angaben der Tierschützer in Niedersachsen vor. Darunter fänden sich verhältnismäßig auffällige und große Arten wie die Blauschwarze Holzbiene oder die Gartenwollbiene, aber auch viele kleine, unscheinbare Vertreter etwa der Maskenbienen, der Furchenbienen oder der Sandbienen. Im Land gelten 63 Prozent der Wildbienenarten als gefährdet. Aktuell ließen sich allerdings genaue Einschätzungen zur Lage der Wildbienen kaum treffen. Viele Daten seien veraltet und zu ungenau. Die letzte Rote Liste für Niedersachsen ist bereits 15 Jahre alt.

Es sei kaum davon auszugehen, dass sich der Zustand der Wildbienen in den vergangenen Jahren verbessert hat, hieß es. Die Experten vermuten eher, dass sich der Rückgang nicht nur der Artenvielfalt, sondern auch der Bienenanzahl in jüngster Zeit drastisch verstärkt hat. Dies legten stichprobenhafte Untersuchungen einiger Bienenkundler nahe. Sie gehen von ähnlichen Entwicklungen bei rund 100 nah verwandten harmlosen solitären Wespenarten aus. (1180/21.09.17)