Kultur
Theater erinnert an Bremer Brechmittel-Toten Condé
Bremen (epd). Ein mobiler Gedenkort erinnert derzeit vor der Kassenhalle des Bremer Theaters am Goetheplatz an den Tod von Laye-Alama Condé, der 2005 nach einem zwangsweisen Brechmitteleinsatz der Polizei starb. Dem Theater als Ort politischer Auseinandersetzungen und des öffentlichen Gedenkens sei es ein Anliegen, die Installation zu beherbergen, sagte am Montag Intendant Michael Börgerding. Das solle geschehen, so lange es noch keinen dauerhaften Gedenkort in der Stadt gebe.

Menschenrechter fordern seit Jahren ein Mahnmal mit festem Standort, das an den westafrikanischen Flüchtling erinnert. Ein Arzt hatte Condé am 27. Dezember 2004 im Auftrag der Polizei zwangsweise Brechmittel und mehrere Liter Wasser eingeflößt. Er wollte damit an verschluckte Drogenkügelchen gelangen. Auch nachdem der Mann aus Sierra Leone bewusstlos wurde, setzte der Arzt die Prozedur fort. Wenig später fiel der 35-jährige Flüchtling ins Koma. Am 7. Januar 2005 starb er.

Gestaltet wurde das Mahnmal mit Audiodateien in deutscher, englischer und französischer Sprache von der "Initiative in Gedenken an Laye-Alama Condé". Bremen sei von 1992 bis 2004 das Bundesland gewesen, in dem die Vergabe von Brechmitteln am bedenkenlosesten betrieben worden sei, führten die Aktivisten aus. (5109/05.02.18)