Kultur
Sprengel Museum zeigt Kunst der Avantgarde in Hannover
Hannover (epd). Das Sprengel Museum Hannover zeigt von Sonnabend an in einer neuen Ausstellung, wie Hannover Anfang des 20. Jahrhunderts danach strebte, zu einer modernen Kunststadt zu werden. In der Sonderausstellung "revonnaH" sind rund 300 Leihgaben und Werke aus dem eigenen Bestand aus der Zeit von 1912 bis 1933 zu sehen, wie das Museum mitteilte. Die Werke führten Betrachtern vor Augen, wie Künstler und Kunstkenner darauf hinwirkten, die eher konservative Provinzhauptstadt Hannover auf den Weg der künstlerischen Avantgarde zu bringen, hieß es. Die Ausstellung ist bis zum 7. Januar 2018 zu sehen.

Der Titel der Schau leitet sich von einer Aussage des hannoverschen Künstlers Kurt Schwitters (1887-1948) ab: "Liest man aber Hannover von hinten, so ergibt sich die Zusammenstellung dreier Worte: re von nah." Schwitters kommt bei dem Spiel mit den Silben seiner Heimatstadt zu der Schlussfolgerung, dass Hannover ins Unermessliche strebe: "Vorwärts nach weit."

Die Ausstellung widme sich einer äußerst lebendigen Periode der hannoverschen Kunstgeschichte unter anderem um Schwitters, hieß es. Insbesondere durch sein Werk sowie durch Auftraggeber wie die Industriellen Hermann Bahlsen und Fritz Beindorff vom Unternehmen "Pelikan" sei die Auseinandersetzung mit den zeitgenössischen Tendenzen wie Expressionismus, Abstraktion und Neue Sachlichkeit befördert worden, hieß es. All diese über Hannover hinausreichenden Initiativen fanden allerdings mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten ihr Ende. (1128/21.09.17)