Kultur
Auszug aus der "Johannespassion" von 1724 von Johann Sebastian Bach (1685-1750) mit dem Text "Kreuzige ihn".
© epd-bild / Norbert Neetz
Sarah Nemtsov erhält Kompositionspreis für Zeitgenössische Musik
Oldenburg (epd). Die Musikerin Sarah Nemtsov (37) hat den Kompositionspreis für zeitgenössische Musik der Stadt Oldenburg erhalten. Die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung ist verbunden mit einer Auftragskomposition, die traditionell bei der Verleihung des Carl-von-Ossietzky-Preises erstmals aufgeführt wird, sagte der Sprecher der Stadt, Reinhard Schenke, am Donnerstag. Der Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik wird am 4. Mai an die US-amerikanische Holocaust-Forscherin Deborah Esther Lipstadt im Oldenburger Kulturzentrum PFL verliehen.

Nemtsov überzeuge durch Vielfalt und den Einsatz kleinster Tonsprünge, die nicht den gewohnten Tonintervallen entsprechen, hieß es in der Begründung der Jury. Zudem setze sich Nemtsov in ihren Werken mit Schrift, Literatur und Sprachtheorie auseinander. In Opern und Vokalwerken habe sie unter anderem Texte von Paul Celan und James Joyce vertont.

Sarah Nemtsov wurde 1980 in Oldenburg geboren und begann den Angaben zufolge bereits mit acht Jahren zu komponieren. Sie studierte Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Ihr Examen als Meisterschülerin legte sie im Fach Komposition an der Universität der Künste Berlin mit Auszeichnung ab. 2014 war sie Gastdozentin für Komposition an der Musikhochschule Köln. Im Sommersemester 2018 werde sie an der University of Haifa lehren. (2214/22.03.18)